MORINGEN. Die staatlich geförderte KZ-Gedenkstätte Moringen hat einen in der Stadt geplanten AfD-Parteitag des Kreisverbandes Northeim scharf kritisiert. „Wir wollen nicht akzeptieren, dass eine gesichert rechtsextreme Partei durch ihre Veranstaltung die Würde der NS-Opfer verletzt“, sagte der Vorsitzende des Vereins „Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen“, Stefan von Huene, dem epd.
Huene stört sich besonders daran, dass die für den Parteitag vorgesehene Stadthalle „zehn Meter vom ehemaligen KZ-Gelände und 30 Meter von der Gedenkstätte entfernt“ liege. „Würde die AfD so etwa an der Gedenkstätte Buchenwald agieren, wäre das ein bundesweiter Skandal.“

„Omas gegen Rechts“ melden Kundgebung an
Auf ihrer Webseite kündigte die Gedenkstätte nun an, am Tag des Parteitages ein „buntes Straßenfest für Demokratie, Vielfalt und Erinnerung“ organisieren zu wollen, um die Einrichtung zu „schützen“. Unterstützung kommt dabei vom DGB und der Moringer Kirchengemeinde. Angemeldet wurde die Kundgebung von den „Omas gegen Rechts“. Zur AfD heißt es: „Diese Partei verhöhnt die unzähligen Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und will die Erinnerung daran abschaffen. Das gefährdet unsere Demokratie.“
Die Gedenkstätte selbst profitiert umfangreich von Steuergeldern. Seit dem 1. Januar 2025 übernimmt der Landkreis Northeim 40 Prozent der Personal- und Sachkosten. „Für 2025 bedeutet dies eine Förderung von bis zu 87.300 Euro. Die Mittel werden unbefristet bereitgestellt und dynamisch an steigende Kosten angepasst, um Planungssicherheit zu gewährleisten. Weitere Förderungen erhält die Einrichtung von der Stadt Moringen sowie der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten e.V.“, heißt es vom Landkreis Northeim.
Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) verteidigte die Finanzierung durch den hochverschuldeten Landkreis. „Um die Gedenkstätte als historischen Lernort weiter zu stärken und künftig auch mehrere Schulklassen gleichzeitig betreuen zu können, sind geeignete Räumlichkeiten erforderlich.“ (ho)






