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Wachstumsprognose kollabiert: IHK schlägt Alarm: „Wir leben in Deutschland von der Substanz“

Wachstumsprognose kollabiert: IHK schlägt Alarm: „Wir leben in Deutschland von der Substanz“

Wachstumsprognose kollabiert: IHK schlägt Alarm: „Wir leben in Deutschland von der Substanz“

Helena Melnikov (l-r), Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, stehen während des IHK-Tags zum Thema "Wie wird Wirtschaft(en) in Deutschland einfacher?" im Haus der Deutschen Wirtschaft nebeneinander.
Helena Melnikov (l-r), Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, stehen während des IHK-Tags zum Thema "Wie wird Wirtschaft(en) in Deutschland einfacher?" im Haus der Deutschen Wirtschaft nebeneinander.
Die Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (DIHK), Helena Melnikov, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und DIHK-Präsident Peter Adrian: Prognose für Deutschlands Wirtschaftswachstum fällt ernüchternd aus. Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
Wachstumsprognose kollabiert
 

IHK schlägt Alarm: „Wir leben in Deutschland von der Substanz“

Die Industrie- und Handelskammer halbiert ihre ursprüngliche Wachstumsprognose für 2026. Deutschland befinde sich in einer „Doppelkrise“ von existentiellem Ausmaß, warnt die Kammerchefin. Die Zahlen geben ihr recht.
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BERLIN. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hat ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft 2026 mehr als halbiert. Hatte die DIHK im Januar noch mit einem Wachstum von 0,7 Prozentgerechnet, geht das Wirtschaftsnetzwerk inzwischen nur noch von einem Wachstum von 0,3 Prozent aus, wie aus der Konjunkturumfrage Frühsommer 2026 hervorgeht, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Für die Untersuchung wurden Vertreter von 23.000 Unternehmen befragt.

Der Lagesaldo, der die Geschäftslage in Deutschland nach Aussagen von Unternehmern bemisst, rutschte auf minus drei Punkte – erstmals seit der Corona-Pandemie liegt dieser Wert unterhalb des neutralen Nullwerts. Im Bereich Handel liegt dieser Saldo sogar bei minus 21 Punkten, bei der vorangegangenen Untersuchung hatte dieser noch minus 14 Punkte betragen. Einzig das Dienstleistungsgewerbe weist mit plus drei noch einen positiven Lagesaldo auf.

Die Stimmung ist schlecht

Dementsprechend pessimistisch blickt die deutsche Wirtschaft in die Zukunft. Jedes dritte Unternehmen (33 Prozent) rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit einer Verbesserung der eigenen Geschäfte, nur 13 Prozent erwarten eine Verbesserung. Der sogenannte Saldo der Geschäftserwartungen liegt aktuell bei minus 20 Punkten – gegenüber der vorangegangenen Befragung ist das ein Minus von elf Punkten.

Auch der Stimmungsindex der DIHK zeugt von allgemeinem Pessimismus: Dieser liegt bei 88,1, was einem Minus von fast acht Punkten seit der letzten Erhebung entspricht. Ein Wert von 100 bezeichnet hier neutrale Stimmung, alles darunter deutet auf ein negatives Klima hin.

Bereits Ende März hatten mehrere deutsche Wirtschaftsinstitute ihre Wachstumsprognosen für das laufende Jahr nach unten korrigiert (JF berichtete).

Handelskammer-Chefin sieht Deutschland in einer „Doppelkrise“

Die Hauptgeschäftsführerin der DIHK, Helena Melnikov, zeigte sich bestürzt über diese Zahlen und warnte: „Anders als in früheren Krisen haben viele Betriebe kaum noch Reserven, um den Belastungen etwas entgegenzusetzen. Wir leben in Deutschland von der Substanz.“ Das Land befinde sich in einer „Doppelkrise“, bei der die energiepolitischen Folgen des Irankriegs auf „strukturelle Standortschwächen“ träfen.

Es brauche dringend „mutige Reformen“ und „richtige Prioritäten“ von Seiten der Bundesregierung, forderte Melnikov. Dazu zählten Steuersenkungen für Strom und steuerliche Entlastungen für Unternehmen. (st)

Die Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (DIHK), Helena Melnikov, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und DIHK-Präsident Peter Adrian: Prognose für Deutschlands Wirtschaftswachstum fällt ernüchternd aus. Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
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