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Großbritannien: Farage gewinnt Nachwahl gegen „Müll“-Comedian

Großbritannien: Farage gewinnt Nachwahl gegen „Müll“-Comedian

Großbritannien: Farage gewinnt Nachwahl gegen „Müll“-Comedian

Reform-UK-Chef Nigel Farage: Gut gelaunt am Wahltag. Foto: picture alliance / PA Images | Joe Giddens
Reform-UK-Chef Nigel Farage: Gut gelaunt am Wahltag. Foto: picture alliance / PA Images | Joe Giddens
Reform-UK-Chef Nigel Farage: Gut gelaunt am Wahltag. Foto: picture alliance / PA Images | Joe Giddens
Großbritannien
 

Farage gewinnt Nachwahl gegen „Müll“-Comedian

Mit deutlichem Vorsprung zieht Nigel Farage erneut ins britische Unterhaus ein. Sein einziger großer Gegner war ein Mann mit dem „Mülleimergesicht“ – denn die Etablierten haben die Abstimmung boykottiert.
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CLACTON. Der britische Rechtspolitiker Nigel Farage ist nach seiner Spendenaffäre erneut ins britische Unterhaus gewählt worden. Bei der Nachwahl in seinem Wahlkreis Clacton-on-Sea am Donnerstag bekam der Chef von Reform UK 63,3 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei landete Jonathan Harvey, der als „Graf Mülleimergesicht“ angetreten war und im Wahlkampf ein entsprechendes Kostüm trug. Der linksliberale Kabarettist bekam 26,9 Prozent der Stimmen. Die anderen Parlamentsparteien hatten die Nachwahl von Beginn an boykottiert (JF berichtete).

Harvey bezeichnete sich nach der Abstimmung als „der Erstplatzierte unter den Kandidaten, die sich die Mühe gemacht hatten, zur Bekanntgabe der Ergebnisse zu erscheinen“. Farage kündigte bereits am Wahlabend an, bei seinen Anhängern zu bleiben. „Ich habe keine Angst vor diesen Leuten, keineswegs. Aber zum Teufel noch mal, ich werde doch nicht nach einem überwältigenden Sieg auf der Bühne stehen, um mich von irgendwelchen Niemanden erniedrigen und demütigen zu lassen“, betonte er.

Farage verliert nach dem Labour-Machtwechsel an Zustimmung

Hintergrund der Abstimmung sind mehrere Vorwürfe illegaler Kampagnenfinanzierung bei der Unterhauswahl 2024. Damals hatte Farage fünf Millionen Pfund vom Bitcoin-Investor Christopher Harborne erhalten. Nach dem Bekanntwerden der Schenkung im vergangenen April leitete der Ethikbeauftragte des Parlaments, Daniel Greenberg, eine Untersuchung ein. Diese wird nach dem Wiedereinzug des Reform-UK-Politikers ins Parlament fortgesetzt. Nach geltenden Regeln sind neue Abgeordnete verpflichtet, ihre Spenden und geldwerten Vorteile aus den zwölf Monaten vor ihrer Wahl ins Unterhaus offenzulegen.

Zudem soll sein langjähriger politischer Weggefährter, George Cottrell, laut der Sunday Times Farages Sicherheitsdienste und eine Kampagne in den sozialen Medien finanziert haben. Der Unternehmer hatte 2017 eine achtmonatige Haftstrafe wegen Telekommunikationsbetrugs in den USA abgesessen. Das Blatt veröffentlichte darüber hinaus ein Foto des Hauses von Farages Tochter und bezeichnete es als Teil des „Vier-Millionen-Immobilienportfolios“. Der Rechtspolitiker bestreitet die Vorwürfe und beteuerte mehrfach, keine Regeln gebrochen zu haben.

Seit der Ernennung des Labour-Politikers Andy Burnham zum Premierminister verliert Farages migrationskritische Partei an Zustimmung. Der jüngsten YouGov-Umfrage zufolge liegt Reform UK mit 22 Prozent zwei Prozentpunkte hinter der Regierungspartei. Die Tories unter Oppositionsführerin Kemi Badenoch kommen allerdings auf Platz drei mit 21 Prozent. Dahinter folgen die Grünen mit zwölf Prozent, die Liberaldemokraten mit elf Prozent und die rechte Reform-Abspaltung Restore Britain mit vier Prozent. (kuk)

Reform-UK-Chef Nigel Farage: Gut gelaunt am Wahltag. Foto: picture alliance / PA Images | Joe Giddens
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