ERFURT. Jeder fünfte Bürger hat einmal bei einer Bundestagswahl seine Stimme der Union gegeben und möchte das nie wieder tun. Von der SPD sagen das 19 Prozent und von den Grünen zwölf Prozent der Wähler, wie das Meinungsforschungsinstitut Insa am Dienstag berichtete. Weitere acht Prozent wollen nicht noch einmal die FDP und sieben Prozent nicht erneut die Linkspartei wählen. Lediglich fünf Prozent gaben an, einmal die AfD gewählt zu haben und das nie wieder tun zu wollen. Das BSW kann drei Prozent nicht mehr von sich überzeugen.

AfD hat die sicherste Wählerbasis
Insgesamt können sich derzeit maximal 37 Prozent der Deutschen vorstellen, CDU oder CSU zu wählen. Die AfD hat ein Potential von 36 Prozent, die SPD von 35,5 Prozent. Die Grünen könnten auf 27 Prozent und die Linkspartei auf 21,5 Prozent kommen. Jeweils 14,5 Prozent der Wähler können sich vorstellen, FDP oder das BSW zu wählen.

Hingegen kann sich die Hälfte der Bürger nicht vorstellen, die AfD zu wählen. 39 Prozent würden grundsätzlich gar nicht die Grünen, 36 Prozent nicht die Linkspartei und 34 Prozent nicht das BSW wählen. Die Unionsparteien bekommen von 28 Prozent, die FDP von 27 Prozent und die SPD von 26 Prozent keine Stimme.
Die meisten sicheren Stimmen hat die AfD mit 23 Prozent. Die CDU und CSU können sich auf 15 Prozent verlassen, gefolgt von den Grünen mit neun Prozent, der SPD mit acht Prozent und der Linkspartei mit sechs Prozent. Bei der FDP sowie beim BSW sind nur jeweils zwei Prozent der Stimmen sicher.
Mehr Wähler stehen hinter Weidel als hinter Merz
Zudem würden 33 Prozent bei einer direkten Kanzlerwahl Alice Weidel (AfD) statt Friedrich Merz (CDU) ihre Stimme geben. 22 Prozent wären für den derzeitigen Regierungschef, 36 Prozent wollen keinen der beiden als Kanzler.
Besonders AfD-Wähler sind mit 87 Prozent am stärksten für Weidel als Regierungschefin, gefolgt von BSW-Wählern, von denen 44 Prozent für sie sind. Merz erhält aus seinen eigenen Reihen 55 Prozent der Stimmen, am zweitstärksten stehen die Grünen-Wähler mit 37 Prozent hinter ihm. Am wenigsten Unterstützung finden beide Kandidaten bei Anhängern der Linkspartei, von denen 72 Prozent weder Merz noch Weidel als Kanzler haben möchten.
AfD baut Vorsprung weiter aus
Die AfD hat im neuen Insa-Sonntagstrend einen Rekordwert erreicht und ihren Vorsprung auf die Union weiter ausgebaut (JF berichtete). So kommt die Partei in der Erhebung auf 29 Prozent und liegt damit sieben Prozentpunkte vor CDU/CSU. Die Union fällt auf 22 Prozent.

Damit setzt sich der Abwärtstrend der Union fort. Mitte April hatte sie bei Insa noch bei 25 Prozent gelegen, während die AfD damals 26 Prozent erreichte. Noch einen Monat zuvor hatten CDU und CSU leicht vor der AfD gelegen.
Auch die SPD verliert weiter. Die Sozialdemokraten fallen um einen Punkt auf zwölf Prozent und werden damit von den Grünen überholt, die um 1,5 Punkte auf 14 Prozent zulegen. Die Linkspartei sinkt auf zehn Prozent, FDP und BSW kommen nur noch auf jeweils drei Prozent und würden damit den Einzug in den Bundestag deutlich verfehlen. Die sonstigen Parteien steigen auf insgesamt sieben Prozent. (mas)
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