BERLIN. Die Mehrheit der Deutschen hat sich für ein christlich geprägtes Deutschland ausgesprochen. Insgesamt sind laut einer aktuellen Umfrage 55 Prozent dafür, dass Deutschland seine christliche Prägung bewahren soll, berichtete das Meinungsforschungsinstitut Insa am Dienstag. 22 Prozent sind anderer Meinung.
Die Forderung nach einer christlichen Prägung besteht in fast allen Altersklassen. Nur die jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren sind mit 38 Prozent gegen dieses religiöse Wertefundament. 33 Prozent von ihnen sind für dessen Beibehaltung.
In den restlichen Altersgruppen ist jeweils eine absolute Mehrheit für die christliche Prägung. Bei den 30- bis 39jährigen sind 54 Prozent und bei den 40- bis 49jährigen sind 52 Prozent dafür. In beiden Altersgruppen sind jeweils 25 Prozent dagegen. Den Erhalt des religiösen Hintergrundes fordern bei den 50- bis 59jährigen 59 Prozent, während ihn 18 Prozent abschaffen wollen, bei den 60- bis 69jährigen sind es 58 Prozent gegen 21 Prozent. Mit 69 Prozent sind besonders die über 70jährigen für den Erhalt der christlichen Prägung, nur 13 Prozent unter ihnen sind dagegen.

Anhänger der Linkspartei wollen kein christliches Weltbild
Nur die Anhänger der Linkspartei sind mehrheitlich gegen das christliche Wertefundament. 45 Prozent von ihnen wollen dieses nicht bewahren, während 37 Prozent von ihnen dafür sind, es beizubehalten. Besonders die Wähler der Union sind mit 72 Prozent für die Prägung, gefolgt von den Unterstützern der FDP mit 68 Prozent und denen der SPD mit 62 Prozent.
Mit 61 Prozent will auch eine absolute Mehrheit der AfD-Anhänger, dass das Weltbild erhalten bleibt. Auch 57 Prozent der BSW-Wähler sind dafür. Eine relative Mehrheit gibt es nur bei den Unterstützern der Grünen, von denen 47 Prozent für und 32 Prozent gegen die christliche Prägung sind.
Zudem ist in Westdeutschland mit 57 Prozent eine absolute Mehrheit für die christliche Prägung, lediglich 21 Prozent wollen diese nicht bewahren. Hingegen wollen in Ostdeutschland nur 46 Prozent, dass dieses Weltbild erhalten bleibt. 27 Prozent unter ihnen sind nicht dafür.
Union setze sich am stärksten für religiöses Wertefundament ein
Unter den Befragten, die wollen, dass das christliche Wertefundament erhalten bleibt, gehen 41 Prozent davon aus, dass die Union am ehesten für dessen Bewahrung einsteht, während 24 Prozent von ihnen diese Kompetenz der AfD zusprechen. Der SPD trauen dies nur sechs Prozent zu, den Grünen, der Linkspartei und dem BSW nur zwei Prozent und der FDP nur ein Prozent. Hingegen denken zwölf Prozent, dass sich keine Partei dafür einsetzt.
Auch unter den Befragten, die die christliche Prägung gar nicht erhalten wollen, gehen mit 44 Prozent die meisten davon aus, dass sich die CDU und CSU am stärksten für den Erhalt des religiösen Einflusses einsetzen. Nur neun Prozent von ihnen denken, dass sich die Partei von Alice Weidel und Tino Chrupalla dafür einsetzt. Jeweils fünf Prozent rechnen diese Kompetenz der SPD und den Grünen zu, vier Prozent der Linkspartei, zwei Prozent dem BSW und nur ein Prozent der FDP. Unter ihnen sind 17 Prozent der Ansicht, dass sich keine Partei für die christliche Prägung einsetzt.
Woher kommen die politischen Ansichten?
Zudem gaben 41 Prozent bei der Insa-Umfrage an, dass ihre politische Haltung in der Vergangenheit mit der ihrer Eltern übereinstimmte oder dies immer noch tut. Gleichzeitig gaben 36 Prozent an, dass es nie eine Übereinstimmung gab.
Bloß bei den Anhängern der FDP gab es relativ selten eine fundamentale Schnittmenge. 44 Prozent verneinten eine Übereinstimmung, 33 Prozent bejahten sie. Besonders die Wähler der SPD teilen mit 53 Prozent die politische Grundhaltung mit ihren Eltern, gefolgt von denen der Union mit 52 Prozent.

In der Sonntagsfrage steigt die AfD im Vergleich zur vergangenen Woche wieder auf 29 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte). Die Union fällt auf 20,5 Prozent (minus ein Prozentpunkt), die SPD klettert auf 13 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte) und ist damit gleichauf mit den Grünen. Die Linkspartei bleibt bei 10,5 Prozent. Die FDP steigt auf 4,5 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte), hingegen rutscht das BSW auf 3,5 Prozent (minus 0,5 Prozentpunkte). (mas)
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