ERFURT. Jeder vierte Bundesbürger wünscht sich eine schwarz-blaue Bundesregierung. Eine Koalition aus Union und AfD ist mit 25 Prozent die meist geforderte Regierungskonstellation, wie aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa hervorgeht. Die Frage „Welche der nach aktuellen Umfragen nach einer Neuwahl des Bundestages möglichen Regierungskonstellationen im Bund würden Sie am ehesten bevorzugen?“ beantworteten 25 Prozent mit „CDU/CSU – AfD“, gefolgt von „CDU/CSU – SPD – Grüne“ mit 24 Prozent. 14 Prozent bevorzugen „CDU/CSU – SPD – Linke“. 26 Prozent der Befragten gaben an, „keine davon“ als Bundesregierung zu wollen.

Wähler der AfD sind erheblich häufiger für eine Bundesregierung aus Union und AfD als die Wähler von CDU und CSU. So gaben 75 Prozent der AfD-Wähler an, sich im Bund Schwarz-Blau zu wünschen. Bei den Anhängern der Unionsparteien sind das nur 20 Prozent. Deutlich mehr von ihnen – 34 Prozent – bevorzugen eine Koalition aus Union, SPD und den Grünen. Allerdings geben auch 26 Prozent der Unionswähler an, keine der momentan rechnerisch möglichen Koalitionen zu wollen – unter AfD-Wählern sind das 17 Prozent.
Anhänger der SPD fordern mehrheitlich eine Bundesregierung aus Union, SPD und Grünen (49 Prozent), deutlich vor der zweitplatzierten Wunschkoalition aus Union, SPD und Linkspartei, für die sich 24 Prozent aussprechen. Abgesehen von den AfD-Wählern sympathisieren Anhänger der FDP am stärksten mit Schwarz-Blau: Unter den Liberalen gaben 38 Prozent an, sich diese Koalition am ehesten zu wünschen. Die stärkste Fundamentalopposition stellt das BSW. Von deren Wählern gaben 50 Prozent an, keine der aktuell möglichen Regierungskonstellationen zu wollen.
AfD-Anhänger sind sich ihrer Wahlentscheidung am sichersten
Eine deutliche Mehrheit der Befragten ist sich zudem sicher, dass die eigene Wahlabsicht sich bis zur nächsten Bundestagswahl nicht mehr ändern wird – insgesamt 57 Prozent gaben das an. Am sichersten sind sich hier die 60- bis 69jährigen, von denen 67 Prozent angaben, sich schon festgelegt zu haben – ebenso viele wie bei den über 70jährigen. Am meisten Bewegung gibt es bei den 30- bis 39jährigen: 46 Prozent von ihnen glauben, dass sich ihre Meinung bis zur nächsten Wahl nicht mehr ändern wird.
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Unter den verschiedenen Parteianhängern sind sich AfD-Wähler ihrer Entscheidung am sichersten. Von ihnen gaben 66 Prozent an, sich „sehr sicher“ zu sein, dass sich ihre Wahlentscheidung bis zum nächsten Wahltag nicht mehr ändern wird. Darauf folgen die Unionswähler mit 56 Prozent und die Anhänger der Grünen mit 55 Prozent. Von den Wählern von SPD und Linkspartei sind sich jeweils 53 Prozent sicher, ihre Entscheidung bis zum nächsten Wahltag nicht mehr zu ändern. Von den BSW-Wählern glauben das 39 Prozent, unter FDP-Wählern sind sich 31 Prozent ihrer Entscheidung sicher.
Grüne als Profiteur der Landtagswahlen in Baden-Württemberg
Uneinigkeit herrscht über die Frage, welche Partei am stärksten politisch von den Landtagswahlen in Baden-Württemberg profitiert, bei denen die Grünen stärkste Kraft wurden und die AfD ihr bisher bestes Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland erzielen konnte (JF berichtete). 37 Prozent der Befragten sehen hier die Grünen als den Hauptsieger, 24 Prozent die AfD und 20 Prozent die Union.
Unter den Wählern der Grünen sehen 67 Prozent ihre Partei als Hauptprofiteur der Landtagswahlen, von den Wählern der Linkspartei halten 44 Prozent die Grünen für den Hauptsieger. Die AfD wird von den eigenen Wählern mit 46 Prozent für den größten Wahlgewinner gehalten, Grünenwähler sehen die Rechtspartei zu 32 Prozent als den Hauptgewinner.
Wähler von Linkspartei und FDP am skeptischsten gegenüber Regime Change
Auch außenpolitisch befragte das Insa-Institut die Bürger. Mehr als die Hälfte aller Befragten (53 Prozent) fände es „(eher) gut“, wenn die derzeitige Führung im Iran gestürzt würde. Zwölf Prozent fänden das „(eher) schlecht“, 15 Prozent wäre es nach eigener Angabe „egal“.
Grünenwähler sind zu fast drei Viertel (71 Prozent) für einen Regimesturz in Teheran – der höchste Wert von allen Parteianhängern, gefolgt von den Unionswählern, die sich das zu 66 Prozent wünschen. AfD-Anhänger befürworten zu 61 Prozent einen Sturz der iranischen Regierung, bei Wählern der Linkspartei sind es etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent). Am skeptischsten zeigten sich hier sowohl die Anhänger von Linkspartei und FDP, die einen Sturz der Mullahregierung zu jeweils 19 Prozent ablehnen.
Umfragestärkste Partei ist laut Insa die AfD, die auf 26 Prozent käme, dicht gefolgt von der Union mit 25,5 Prozent. Die SPD wäre, wenn heute der Bundestag gewählt würde, mit 15 Prozent drittstärkste Kraft, gefolgt von den Grünen mit zwölf und der Linkspartei mit 10,5 Prozent. Das BSW würde mit 3,5 Prozent erneut den Einzug in den Bundestag verpassen, ebenso wie die FDP, die auf drei Prozent der Stimmen käme. (st)






