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Bundesagentur für Arbeit: Zahl der Arbeitslosen steigt auf Zwölfjahreshoch

Bundesagentur für Arbeit: Zahl der Arbeitslosen steigt auf Zwölfjahreshoch

Bundesagentur für Arbeit: Zahl der Arbeitslosen steigt auf Zwölfjahreshoch

Kalender mit Eintrag „Ab jetzt arbeitslos“ (Symbolbild): Die Zahl der Arbeitslosen war seit zwölf Jahren nicht mehr so hoch.
Kalender mit Eintrag „Ab jetzt arbeitslos“ (Symbolbild): Die Zahl der Arbeitslosen war seit zwölf Jahren nicht mehr so hoch.
Kalender mit Eintrag „Ab jetzt arbeitslos“ (Symbolbild): Immer mehr Menschen stehen ohne Job da. Foto: picture alliance / ZB | Sascha Steinach
Bundesagentur für Arbeit
 

Zahl der Arbeitslosen steigt auf Zwölfjahreshoch

Seit 2014 hat es im Januar nicht mehr so viele Arbeitslose gegeben. Trotz saisonaler Einflüsse schwächelt die Grunddynamik des Arbeitsmarktes enorm. Die Unterbeschäftigung ist auch ein wachsendes Problem im Ausbildungssektor.
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NÜRNBERG. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat im Januar 2026 die Drei-Millionen-Marke deutlich überschritten und erreicht damit den höchsten Januar-Wert seit zwölf Jahren. Laut Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen um 177.000 auf 3,085 Millionen.

Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,4 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent – der höchste Januar-Stand seit 2014. „Derzeit gibt es nur wenig Dynamik am Arbeitsmarkt. Zum Jahresbeginn hat die Arbeitslosigkeit aus jahreszeitlichen Gründen deutlich zugenommen und damit auch wieder die Marke von drei Millionen überschritten“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles (SPD), bei der Vorstellung der Zahlen in Nürnberg.

Der sprunghafte Anstieg wird mit der üblichen Winterpause begründet, vor allem in wetterabhängigen Branchen wie dem Baugewerbe und der Landwirtschaft. Saisonbereinigt blieb die Arbeitslosigkeit gegenüber Dezember 2025 unverändert – ein Zeichen dafür, daß die konjunkturelle Grunddynamik weiterhin schwach ist. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lag die Arbeitslosenzahl im Januar 2026 um 92.000 höher, die Quote um 0,2 Prozentpunkte darüber.

Hohe Unterbeschäftigung, weniger Erwerbstätige

Die Nachfrage nach Arbeitskräften zeigt keine Erholung. Die bei der Bundesagentur gemeldeten offenen Stellen sanken binnen Jahresfrist um 34.000 auf 598.000. Der Stellenindex gab im Januar um einen Punkt auf 100 Punkte nach und liegt damit fünf Punkte unter dem Vorjahresniveau – ein weiterer Hinweis auf die anhaltende Zurückhaltung der Betriebe bei Neueinstellungen.

Die Unterbeschäftigung, die auch kurzfristig Arbeitsunfähige einschließt, ging zum Vormonat saisonbereinigt leicht um 4.000 auf 3,705 Millionen zurück und lag um 8.000 niedriger als vor einem Jahr. Betriebe, die konjunkturelle Kurzarbeit einführen wollen, sind verpflichtet, zuvor eine Anzeige über erwarteten Arbeitsausfall bei der Arbeitsagentur zu erstatten. Nach den neuesten vorliegenden Daten wurden vom 1. bis einschließlich 26. Januar für 28.000 Personen solche Anzeigen eingereicht. Die letzten verfügbaren Daten über die tatsächliche Inanspruchnahme aus November 2025 weisen 204.000 Beschäftigte in Kurzarbeit aus – ein Plus von 6.000 gegenüber Oktober, aber ein deutlicher Rückgang um 61.000 im Vergleich zum Vorjahr.

Zudem geht die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter zurück. Im November 2025 (letzte verfügbare Monatsdaten) sank sie saisonbereinigt um 5.000 auf 35,21 Millionen Beschäftigte – 17.000 weniger als im Vorjahresvergleich. Auch die Gesamtzahl der Erwerbstätigen ging nach dem Inlandskonzept – also der Einbeziehung aller Deutschen und Ausländer, die in Deutschland arbeiten – im Dezember 2025 saisonbereinigt um 6.000 auf 46,04 Millionen zurück. Das waren 74.000 Erwerbstätige weniger als im Vorjahr.

Mehr Menschen im Arbeitslosengeld, weniger im Bürgergeld

Im Leistungsbezug ergibt sich ein gespaltenes Bild: 1,142 Millionen Personen bezogen im Januar dieses Jahres Arbeitslosengeld – 117.000 mehr als noch vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten belief sich auf 3,826 Millionen, ein Rückgang um 137.000 gegenüber Januar 2025; 7,0 Prozent der Personen im erwerbsfähigen Alter galten als hilfebedürftig.

Besonders angespannt bleibt die Lage am Ausbildungsmarkt (JF berichtete). Von Oktober 2025 bis Januar 2026 standen 84.000 unversorgte Bewerber nur 64.000 betrieblichen Ausbildungsstellen gegenüber – 12.000 Bewerber mehr und 15.000 Stellen weniger als im Vorjahr. 41.000 Bewerber blieben unversorgt, 13.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Für das laufende Ausbildungsjahr 2025/26 melden sich zwei Prozent mehr Bewerber, die betrieblichen Ausbildungsstellen liegen jedoch 13 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Insgesamt zeichnet die Nahles-Behörde ein Bild eines Arbeitsmarkts, der in einer konjunkturellen Talsohle festhängt. Nahles hatte bereits im Jahresrückblick 2025 betont, daß es wenig echte Bewegung gebe und ein kräftiger Aufschwung ausbleibe. Ob 2026 eine spürbare Entspannung bringt, hängt nach Einschätzung von Wirtschaftswissenschaftlern entscheidend von einer konjunkturellen Belebung ab – Signale dafür sind derzeit jedoch kaum erkennbar. (rsz)

Kalender mit Eintrag „Ab jetzt arbeitslos“ (Symbolbild): Immer mehr Menschen stehen ohne Job da. Foto: picture alliance / ZB | Sascha Steinach
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