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54-Milliarden-Einbruch: Studie zeigt, wie Brüssel Deutschlands Autoindustrie zerlegt

54-Milliarden-Einbruch: Studie zeigt, wie Brüssel Deutschlands Autoindustrie zerlegt

54-Milliarden-Einbruch: Studie zeigt, wie Brüssel Deutschlands Autoindustrie zerlegt

Autobranche in Krise: BMW-Werk in Leipzig
Autobranche in Krise: BMW-Werk in Leipzig
BMW-Werk in Leipzig: Autoindustrie in Krise Foto: picture alliance / Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/ZB
54-Milliarden-Einbruch
 

Studie zeigt, wie Brüssel Deutschlands Autoindustrie zerlegt

Das EU-Verbrenner-Aus trifft laut einer neuen Studie vor allem die Bundesrepublik. Bis 2040 könnten europaweit 726.000 Jobs im Antriebsstrang wegfallen. Der deutschen Autoindustrie droht ein Wertschöpfungsverlust von 54 Milliarden Euro.
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BERLIN. Eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts hat vor massiven Folgen des EU-Verbrenner-Aus für die europäische Autoindustrie gewarnt. Besonders hart könnte es Deutschland treffen. Im Bereich des automobilen Antriebsstrangs droht der deutschen Branche demnach bis 2040 ein Wertschöpfungsverlust von 54,2 Milliarden Euro.

Die Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation entstand im Auftrag der Arbeitgeberverbände Gesamtmetall, Südwestmetall sowie der bayerischen Metall- und Elektroindustrie.

Untersucht wurden die Teile der Wertschöpfungskette, die mit der Produktion von Antriebskomponenten verbunden sind. Nach Angaben der Forscher arbeiten in diesem Bereich europaweit derzeit rund 1,6 Millionen Menschen. Die Wertschöpfung liegt bei etwa 250 Milliarden Euro. Bis 2040 könnten davon 726.000 Arbeitsplätze wegfallen. Schon bis 2030 rechnen die Autoren mit 375.000 gefährdeten Stellen, bis 2035 mit 660.000.

Verbrenner sollen aus dem Automarkt gedrängt werden

Deutschland wäre laut Studie überproportional betroffen. Bei der deutschen Produktion des Antriebsstrangs droht ein Rückgang der Wertschöpfung um 64 Prozent. Besonders stark trifft es die Zulieferer. Für sie rechnen die Autoren mit einem Verlust von rund 35 Milliarden Euro. Das entspräche einem Minus von 80 Prozent.

Hintergrund ist der politische Kurs der EU. Ab 2035 sollen nach den ursprünglichen Plänen nur noch Neuwagen zugelassen werden, die im Betrieb kein CO₂ ausstoßen. Zwar sind inzwischen Ausnahmen und Spielräume für bestimmte Technologien im Gespräch. Der grundsätzliche Kurs bleibt aber: Der klassische Verbrennungsmotor soll aus dem Neuwagenmarkt gedrängt werden.

Die Studie erscheint in einer Phase, in der die deutsche Autobranche ohnehin unter Druck steht. Volkswagen will bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland abbauen. Gleichzeitig kämpfen Hersteller und Zulieferer mit hohen Energiekosten, schwacher Nachfrage und wachsender Konkurrenz aus China.

Warnung vor Abhängigkeit von Drittstaaten

Die Autoren machen nicht nur das Verbrenner-Aus verantwortlich. Sie nennen auch hohe Standortkosten, Bürokratie, fehlende Technologieoffenheit und die schwache Wettbewerbsfähigkeit Europas gegenüber den USA und China.

Ohne Gegenmaßnahmen drohe Europa eine dauerhafte Abhängigkeit von Drittstaaten bei Schlüsseltechnologien, warnen die Forscher. Gesamtmetall-Chef Oliver Zander sieht die Politik in der Verantwortung. Sie müsse Ziele vorgeben, den Weg dorthin aber dem Wettbewerb überlassen.

Für die deutsche Autoindustrie geht es damit um mehr als den Wechsel von Benzinern und Dieseln zu Elektroautos. Die Studie beschreibt einen Umbau, der ganze Zulieferketten trifft und einen der wichtigsten deutschen Industriezweige dauerhaft schwächen könnte. (rr)

BMW-Werk in Leipzig: Autoindustrie in Krise Foto: picture alliance / Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/ZB
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