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Absturz um elf Prozent: Ökonomen vom Einbruch der Industrieaufträge geschockt

Absturz um elf Prozent: Ökonomen vom Einbruch der Industrieaufträge geschockt

Absturz um elf Prozent: Ökonomen vom Einbruch der Industrieaufträge geschockt

Industrie. Dampf quillt aus dne Schornsteinen eines Stahlwerks. Stünde es in Ostdeutschland, würde sein Besitzer die Wirtschaftslage vermutlich negativ einschätzen
Industrie. Dampf quillt aus dne Schornsteinen eines Stahlwerks. Stünde es in Ostdeutschland, würde sein Besitzer die Wirtschaftslage vermutlich negativ einschätzen
Ein Stahlwerk (Symbolbild) – Auch die Energiekrise kostete vielen Deutschen den Arbeitsplatz. Foto: picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack
Absturz um elf Prozent
 

Ökonomen vom Einbruch der Industrieaufträge geschockt

Die deutsche Industrie erlebt zum Jahresauftakt einen schweren Rückschlag. Die Auftragseingänge brechen im Januar um mehr als elf Prozent ein. Deutlich stärker als von Ökonomen erwartet.
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BERLIN. Die deutsche Industrie hat zum Jahresbeginn einen drastischen Einbruch bei den Auftragseingängen verzeichnet. Wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte, sank das Neugeschäft im Januar um 11,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit fiel der Rückgang so stark aus wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Auch die Produktion entwickelte sich schwach. Industrie, Bau und Energieversorger stellten im Januar zusammen 0,5 Prozent weniger her als im Dezember.

Ökonomen hatten mit einem deutlich geringeren Rückgang gerechnet. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten waren lediglich von einem Minus von 4,5 Prozent ausgegangen. Im Dezember hatte die Industrie noch einen kräftigen Zuwachs von 6,4 Prozent verzeichnet, vor allem aufgrund mehrerer Großaufträge. Bereinigt um solche Großbestellungen fiel der Rückgang zu Jahresbeginn deutlich geringer aus. Ohne diese lag der Auftragseingang im Januar lediglich 0,4 Prozent unter dem Vormonatswert.

Industrie vor allem aus dem Inland geschwächt

Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank sprach dennoch von einem überraschend starken Einbruch. „Der Rückgang war erwartbar, er ist vom Ausmaß her ein Schock“, sagte Krüger. Zuletzt seien zahlreiche Großaufträge vergeben worden, die nun fehlten.

Auch andere Ökonomen zeigen sich alarmiert. Jens Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg erklärte gegenüber Reuters: „Die Zahlen sind nichts für schwache Nerven.“ Zwar sei nach den starken Vormonaten mit einem Rückgang gerechnet worden. „Dass es gleich zweistellig abwärts geht, ist dann aber doch eine herbe Ernüchterung.“ Das Bundeswirtschaftsministerium sieht ebenfalls eine spürbare Abkühlung. „Die Industriekonjunktur hat sich damit zu Jahresbeginn sowohl nachfrage- als auch produktionsseitig spürbar abgeschwächt“, erklärte das Ministerium.

Besonders deutlich brach die Nachfrage aus dem Inland ein. Sie sank im Januar um 16,2 Prozent. Die Bestellungen aus dem Ausland gingen um 7,1 Prozent zurück. Dabei verringerte sich die Nachfrage aus der Euro-Zone um 7,3 Prozent, während Aufträge aus dem restlichen Ausland um 7,1 Prozent sanken.

Zugleich warnte das Ministerium vor zusätzlichen Risiken für die Industrie. Die Konflikte im Nahen Osten sowie deutlich gestiegene Rohöl- und Gaspreise könnten die erwartete Erholung der Industriekonjunktur weiter gefährden. (rr)

Ein Stahlwerk (Symbolbild) – Auch die Energiekrise kostete vielen Deutschen den Arbeitsplatz. Foto: picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack
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