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Bericht des Statistischen Bundesamts: Deutschlands Schulden geraten außer Kontrolle

Bericht des Statistischen Bundesamts: Deutschlands Schulden geraten außer Kontrolle

Bericht des Statistischen Bundesamts: Deutschlands Schulden geraten außer Kontrolle

Die Schuldenuhr des Bunds der Steuerzahler Deutschland e.V. in Berlin.
Die Schuldenuhr des Bunds der Steuerzahler Deutschland e.V. in Berlin.
Die Schuldender des Bundes der Steuerzahler: Deutschlands Defizit steigt rasant an. Foto: picture alliance / Daniel Kalker | Daniel Kalker
Bericht des Statistischen Bundesamts
 

Deutschlands Schulden geraten außer Kontrolle

Deutschland nimmt immer mehr Steuern ein – macht aber noch mehr Schulden. Inzwischen ist das Niveau von 2022 erreicht, als die Energiekrise wütete, wie neue Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen.
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WIESBADEN. Obwohl der deutsche Staat 2025 fünf Prozent mehr Steuern eingenommen hat als im Vorjahr, konnte er seine Ausgaben nicht decken. Besonders bei den Gemeinden „war das Defizit so groß wie noch nie“ und erreichte einen Rekordwert, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Insgesamt sind die Ausgaben des Öffentlichen Gesamthaushalts um sechs Prozent gestiegen. „Einnahmen von rund 2.081 Milliarden Euro standen Ausgaben von rund 2.208 Milliarden Euro gegenüber.“ Das Defizit stieg um 22,9 Milliarden Euro auf 127,3 Milliarden Euro (plus 20 Prozent).

Die Schulden erreichen somit das Niveau des Energiekrisen-Jahres 2022. „Damals zeigte jedoch einzig der Bund ein außerordentlich großes Defizit, das letztlich nicht in vollem Umfang zu höheren Schulden führte, weil weniger Kredite als geplant aufgenommen wurden.“ Hingegen betrafen im vergangenen Jahr die Schulden nicht nur den Bund, sondern es „standen nun alle Ebenen im Minus“.

Sondervermögen zeigte noch keine Effekte

Mit einem neuen Rekordwert sind vor allem die Kommunen von dem hohen Defizit betroffen. „Hier ging die Einnahmen-Ausgaben-Schere noch weiter auseinander als 2024.“ Ein Einnahmenzuwachs von etwa 376 Milliarden Euro auf 391,4 Milliarden Euro (plus 4,1 Prozent) stand einem Ausgabenzuwachs von rund 401 Milliarden Euro auf 423,3 Milliarden Euro (plus 5,6 Prozent) entgegen. Das Defizit stieg von 24,8 Milliarden Euro auf 31,9 Milliarden Euro (plus 23 Prozent). Vor allem Berlin, Hamburg und Bremen sollen für die hohen Schulden auf der Ebene der Kommunen gesorgt haben.

Im Vergleich zu 2024 hat sich die Finanzierungslücke beim Bund um 34,5 Milliarden Euro (plus 40 Prozent) vergrößert. Die Ausgaben des Bundes stiegen um knapp 38 Milliarden Euro auf 658 Milliarden Euro (plus 6,1 Prozent). Hingegen blieben die Einnahmen nahezu unverändert. „Das ergibt für den Bund ein Defizit von 85,4 Milliarden Euro.“

Verantwortlich für die Steigerung sei die Entscheidung des Bundes, „stärker auf Schuldenaufnahmen zurückzugreifen“. So seien die Extrahaushalte für Bundeswehr sowie Infrastruktur und Klimaschutz „komplett kreditfinanziert“. Die Mittel aus dem erst Ende 2025 errichteten „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz“ würden „noch keine deutlichen Effekte“ zeigen. Einen großen Anstieg gab es bei den Ausgaben für militärische Beschaffungen. „Hierfür gab der Bund 39 Milliarden Euro aus (plus 23,4 Prozent).“

Länder und Sozialversicherung konnten Schulden senken

Die Einnahmen der Länder stiegen von etwa 544 Milliarden Euro auf 572,1 Milliarden Euro (plus 5,2 Prozent), die Ausgaben von fast 562 Milliarden Euro auf 580,8 Milliarden Euro (plus 3,3 Prozent). Die Schulden verringerten sich um mehr als die Hälfte von 18,2 Milliarden Euro auf 8,7 Milliarden Euro. „Gut drei Viertel dieses Defizits vereinten allein die Stadtstaaten auf sich“, führt der Bericht aus. Im Vergleich dazu ergab sich ein Überschuss in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen sowie Bayern „mit dem höchsten Plus von 1,5 Milliarden Euro“.

Die Gesamteinnahmen der Sozialversicherung stiegen von etwa 860 Milliarden Euro auf 936,1 Milliarden Euro (plus 8,3 Prozent). Darunter fielen auch die Beitragseinnahmen, die, unter anderem aufgrund der Erhöhung der Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung, auf 771,5 Milliarden Euro (plus neun Prozent) kletterten. Die Ausgaben stiegen von knapp 875 Milliarden Euro auf 937,5 Milliarden Euro (plus 7,2 Prozent). Das Defizit sank um rund 80 Prozent von 10,5 Milliarden Euro auf 1,3 Milliarden Euro. (mas)

Die Schuldender des Bundes der Steuerzahler: Deutschlands Defizit steigt rasant an. Foto: picture alliance / Daniel Kalker | Daniel Kalker
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