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In eigener Sache: Ein trauriger Abschied

In eigener Sache: Ein trauriger Abschied

In eigener Sache: Ein trauriger Abschied

Das Esszett auf einer Schultafel: Auch die jüngeren Leser im Blick haben. Foto: IMAGO / Christian Ohde
Das Esszett auf einer Schultafel: Auch die jüngeren Leser im Blick haben. Foto: IMAGO / Christian Ohde
Das Esszett auf einer Schultafel: Auch die jüngeren Leser im Blick haben. Foto: IMAGO / Christian Ohde
In eigener Sache
 

Ein trauriger Abschied

Es ist ein Abschied unter Protest und er fällt uns nicht leicht. Nachdem jedoch inzwischen zwei Schülergenerationen – meine eigenen Kinder eingeschlossen – mit der neuen Schreibung großgeworden sind, werden wir unsere Hausrechtschreibung an einer Stelle ändern. Von JF-Chefredakteur Dieter Stein.
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Es ist ein leiser, trauriger Abschied von einer liebgewonnenen Dame mit üppigen Rundungen und schmaler Taille. Wir sind mit ihr großgeworden und sie war uns eine treue Gefährtin. Es handelt sich nicht um ein menschliches Wesen, die Rede ist von einem besonderen Buchstaben, dem mal Eszett oder scharfes S genannten, dem lediglich im deutschsprachigen Raum beheimateten wunderbaren Schriftzeichen, das Sie auf englischen Tastaturen vergebens suchen.

Fast 30 Jahre haben wir als JUNGE FREIHEIT der Reformschreibung eine Nase gedreht. Eine Reform, die Bürokraten der Kultusministerien 1998 gegen den Protest der Mehrheit der Schriftsteller, aber auch der Bürger durchgedrückt hatten.
Nun passen wir schweren Herzens und nach jahrelanger Überlegung unsere Rechtschreibung an die sichtbarste Änderung an, die die unselige Reformschreibung verursacht hat: die Verwendung des „ß“.

Wir tun dies unter Protest, wissend, dass wir treue Freunde der alten Schreibung enttäuschen. Nachdem jedoch inzwischen zwei Schülergenerationen (meine eigenen Kinder eingeschlossen) mit der neuen Schreibung großgeworden sind, halten wir die Anpassung – nicht zuletzt auch mit Blick auf unsere digitalen Kanäle – im Sinne der allgemeinen Lesbarkeit und Rechtschreibeinheit für sinnvoll.

Wehmütig ist der Abschied schon. Doch: Ganz verschwindet das „ß“ nicht aus dem Blick. Und: Manche Dame wird bekanntlich erst interessant, wenn sie sich rar macht.

Das Esszett auf einer Schultafel: Auch die jüngeren Leser im Blick haben. Foto: IMAGO / Christian Ohde
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