BERLIN. Die linksterroristische „Vulkangruppe“, die mit einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke etwa 40.000 Haushalte im Süden Berlins am vergangenen Samstag tagelang vom Stromnetz gekappt hatte (JF berichtete), hat Teile der Betroffenen um Entschuldigung gebeten. „Mit dem heutigen Wissen um die Auswirkungen für Teile der Bevölkerung, hätten wir diese Aktion in eine warme Jahreszeit verlegt. Die Auswertung darüber und ob es lebensgefährliche Situationen gab, die in unserer Verantwortung stehen könnten, ist nicht abgeschlossen“, heißt es in einer Stellungname der Terrorgruppe. Das Schreiben enthält Täterwissen.
Auch sei die Tragweite von etwa 40.000 betroffenen Haushalten „weder beabsichtigt noch einkalkuliert“ gewesen. „Wir haben die Fernwärmerohre bewußt nicht angegriffen, weil es uns nicht darum ging, der Bevölkerung Unannehmlichkeiten und Härten während des Frosts zu bereiten.“ Bei jedem Angriff bleibe die Infrastruktur das Hauptziel, „es darf kein Menschenleben gefährdet sein“, betont die „Vulkangruppe“.
Des Weiteren erheben die Pahmplet-Schreiber schwere Vorwürfe gegen die Netzbetreiber. Zwar seien Stromausfälle in Privathaushalten nicht gänzlich auszuschließen gewesen“. Aber: „Würde allerdings Stromnetz Berlin, und vormals Vattenfall, ein auf Versorgungssicherheit ausgerichtetes Netz unterhalten und nicht eines auf Effizienz und Rendite, wäre es zu keinem gravierenden Stromausfall gekommen. Das Lahmlegen des Gaskraftwerks war Ziel der Aktion.“ Die Gruppe habe „ausgeschlossen, daß Menschen tagelang im Kalten sitzen“.
Berichterstattung als Ablenkung vom Klima kritisiert
Zugleich schreiben die mutmaßlichen Täter: „Daß es aber auch die Reichen in ihren Villenvierteln traf, die um Einbrüche fürchten mußten, weil ihre Sicherheitssysteme nicht mehr funktionierten, und sich diese Reichen mal vergegenwärtigen mußten, wie fragil und sinnlos ihr materieller Reichtum von einem Tag auf den anderen sein kann, belustigt uns.“
Scharfe Kritik äußern die Verfasser an der medialen Berichterstattung über den Anschlag. So führe unter anderem die Berliner Lokalzeitung BZ die Betroffenen des Blackouts „regelrecht vor“. Es gehe darum, von der Verantwortung für „Klimazerstörung“, sowie „Extremsommern mit Hitzetoten“ abzulenken.
Mit Blick auf die Folgen für die schwarz-rote Regierungskoalition um CDU-Bürgermeister Kai Wegner, bezeichnet das Schreiben ihn als „Tennisspieler“, der „Geschichte“ sei. (st)






