STUTTGART. Anderthalb Wochen vor der Landtagswahl versuchen die Grünen, den Spitzenkandidaten der CDU Baden-Württemberg, Manuel Hagel, mit einem Video in Bedrängnis zu bringen. Vor acht Jahren erzählte der damals 29jährige Generalsekretär einem Lokalsender zweideutig von Mädchen, die er bei einem Realschulbesuch kennengelernt hatte.
Unter Bezug auf den weiblichen Anteil in der Klasse von 80 Prozent sagte Hagel lachend: „Da gibt’s für 29jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen.“ Besonders eine Schülerin schien es dem Politiker angetan zu haben: „Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.“ Dabei lächelte er freudig.
Der Interviewer feixte: „Die wird jetzt rot zu Hause.“ Darauf meinte Hagel: „Ich sag’ jetzt keine Nachnamen“, woraufhin der Interviewer lachte. Die Aussagen fielen, als Hagel beispielhaft erklären wollte, wie wichtig Sprache in der Politik sei, um Menschen zu erreichen.
Hagel: „Vorwürfe kommen acht Jahre zu spät“
Veröffentlicht hat den Videoschnipsel die Karlsruher Grünen-Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer auf Instagram. Sie fragte dazu, was ein erwachsener Mann damit meine, „wenn es ein besonders schöner Termin ist, wenn er in einem Klassenzimmer mit maximal 16jährigen sitzt“. An diejenigen gerichtet, die sagen würden, das sei harmlos, meint sie: „Möglicherweise liegt in dieser Wahrnehmung das eigentliche Problem.“
Hagel reagierte auf die Vorwürfe, indem er sagte: „Meine Frau hat mir damals direkt den Kopf gewaschen. Frau Dr. Mayer kommt damit jetzt zwölf Tage vor der Landtagswahl acht Jahre zu spät.“ Seine eigenen Worte bezeichnete er nun als „Mist“.

Laut der aktuellsten Insa-Umfrage vom Montag (die JF berichtete) liegt die CDU kurz vor der Landtagswahl bei 28 Prozent, dahinter folgen Grüne (22 Prozent) und AfD (20 Prozent). Derzeit regiert eine grün-schwarze Koalition das Bundesland. Würde die CDU vor den Grünen landen, dürfte dieses Bündnis unter umgekehrten Vorzeichen fortgesetzt werden. (fh)





