BERLIN. Correctiv erhält wohl auch 2026 staatliche Fördermittel in Höhe von insgesamt 200.000 Euro. Trotz des Gerichtsurteils vom 19. März, das zentrale Aussagen seiner „Geheimplan“-Recherche über ein Treffen in Potsdam untersagt hat (die JF berichtete). Den größten Anteil stellt das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesfamilienministeriums bereit.
Laut einem Bericht der Plattform Nius wird das Projekt „Brandherd Desinformation: Schulungen zum Umgang mit TikTok in Feuerwehr und Vereinswesen“ mit 140.114,45 Euro gefördert. Ziel sei es laut Ministerium, insbesondere junge Feuerwehrleute im Umgang mit sozialen Medien sowie beim Erkennen von Desinformation zu schulen. Weitere 60.000 Euro kommen aus Nordrhein-Westfalen. Das dortige Medienministerium unterstützt damit die Nachwuchsredaktion „Salon 5“, in der Jugendliche journalistische Grundlagen sowie den Umgang mit Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube erlernen sollen. Auch dieses Projekt richtet sich gegen „Desinformation“.
Ab 2027 keine Förderungen für Correctiv mehr geplant
Die Förderungen könnten erfolgen, obwohl ein Gericht am Dienstag zentrale Aussagen der Correctiv-Recherche kassiert hat. Untersagt wurde unter anderem die Darstellung, bei dem Treffen sei ein „Masterplan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger“ entwickelt worden – genau jene Behauptung, mit der Correctiv bundesweit Empörung auslöste.
Umso brisanter erscheint, dass Correctiv weiterhin staatlich gefördert wird. Ob die Zahlungen nach dem Urteil überprüft werden, ist offen. Das Bundesfamilienministerium äußerte sich laut Nius auf Anfrage nicht. Aus Nordrhein-Westfalen hieß es lediglich, für 2027 sei bislang keine weitere Förderung vorgesehen. (rr)






