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„Bündnis mit SPD nicht von Dauer“: Seebacher bringt CDU-AfD-Koalition ins Gespräch

„Bündnis mit SPD nicht von Dauer“: Seebacher bringt CDU-AfD-Koalition ins Gespräch

„Bündnis mit SPD nicht von Dauer“: Seebacher bringt CDU-AfD-Koalition ins Gespräch

Brigitte Seebacher meint, die SPD sei „nicht für die Ewigkeit gemacht“.
Brigitte Seebacher meint, die SPD sei „nicht für die Ewigkeit gemacht“.
Brigitte Seebacher meint, die SPD sei „nicht für die Ewigkeit gemacht“. Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Willnow
„Bündnis mit SPD nicht von Dauer“
 

Seebacher bringt CDU-AfD-Koalition ins Gespräch

Brigitte Seebacher, Witwe von Willy Brandt, rät der CDU, nicht mit der dahinsiechenden SPD zu koalieren, sondern zu einer „Öffnung nach rechts“. Denn die Sozialdemokraten rätselten darüber, „wer das Licht ausmacht“.
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BERLIN. Die Witwe des legendären SPD-Vorsitzenden Willy Brandt, Brigitte Seebacher, hat mit ihrer eigenen Partei abgerechnet. In Rheinland-Pfalz, wo nun Koalitionsverhandlungen zwischen der CDU und den Sozialdemokraten anstehen, riet sie dem Wahlsieger, sich ein Zusammengehen mit der um rund zehn Prozentpunkte abgesackten SPD gut zu überlegen.

In einem Beitrag für die Welt schreibt die 79jährige Historikerin über den Zustand der SPD: „Die CDU bot keine Angriffsfläche und darf sich freuen über die Rückkehr an die Macht in Mainz. Wie lange die Freude hält, weiß niemand. Bündnisse mit einer Partei, die darüber rätselt, wer das Licht ausmacht oder sich die Überreste aneignet, können nicht von Dauer sein.“

Im nächsten Satz bricht Seebacher dann mit einem Tabu: „Die Hürden einer Öffnung nach rechts sind hoch, aber nicht in Stein gemeißelt. Wenn sich alles bewegt, bewegen sich auch die Parteien, alt oder nicht so alt.“ Ein impliziter Rat an die Christdemokraten, sich nicht mehr an die dahinsiechende SPD zu ketten, sondern eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht auszuschließen.

Seebacher: „Parteien nicht für Ewigkeit gemacht“

Die SPD habe außer Berufung auf ihre Tradition und Kümmern um Sozialhilfeempfänger nicht mehr viel zu bieten, so der Tenor des Beitrags. „Die Mischung aus altgewohnter Vergangenheitspflege und neumodischer Verhaltensweise ist nicht zu vermitteln und für die Zukunft der Sozialdemokratie ohne Belang.“ In diesem Zusammenhang schreibt sie mit Blick auf die Sozialdemokraten, „dass auch Parteien nicht für die Ewigkeit gemacht sind“.

Als Beleg dafür, wie weit sich die SPD von ihrer Klientel entfernt habe, nimmt sie auch die vegane Ernährungsweise des abgewählten rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer: „Wie das auf dem Wurstmarkt in Bad Dürkheim ankommt, kann man sich denken.“

Aber nicht nur Schweitzer verhalte sich in „politischer Korrektheit mustergültig“. Seebacher, die 1995, drei Jahre nach dem Tod Willy Brandts, aus der SPD ausgetreten war, kritisiert: „Die Idee, dass man hinter jeden Notleidenden, ob mit oder ohne Hang zur Gewalttätigkeit, einen Sozialarbeiter stellen müsse, ersetzte die einstige Vision von der schönen neuen Welt und verärgerte, wer von eigener Hand oder mit eigenem Kopf für sich selbst gesorgt hatte oder noch sorgte.“

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Dass die SPD keine Arbeiterpartei mehr sei, „war sinnfällig und das Resultat einer unvermeidbaren Umwälzung in der Mitgliedschaft“. Zwar sei es richtig, so Seebacher, dass der Arbeiter „mit Helm, Kelle, verrußtem Gesicht und solidarischem Instinkt“ ausgestorben sei: „Nicht aber starb das arbeitende Volk aus. Von dem aber wollten die wechselnden Bürokraten an der Spitze der schrumpfenden SPD nicht viel wissen. Wie sollten sie auch! Keine Partei kann Leute ansprechen, die deren Repräsentanten fremd sind.“ (fh)

Brigitte Seebacher meint, die SPD sei „nicht für die Ewigkeit gemacht“. Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Willnow
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