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Berliner Abgeordnete: „Arm verdreht“: Vorwurf der Frauengewalt in der SPD

Berliner Abgeordnete: „Arm verdreht“: Vorwurf der Frauengewalt in der SPD

Berliner Abgeordnete: „Arm verdreht“: Vorwurf der Frauengewalt in der SPD

Gewalt angewendet? Die Abgeordnete Maja Lasić auf einem SPD-Parteitag 2019.
Gewalt angewendet? Die Abgeordnete Maja Lasić auf einem SPD-Parteitag 2019.
Gewalt angewendet? Die Abgeordnete Maja Lasić auf einem SPD-Parteitag 2019. Foto: IMAGO / Berlinfoto
Berliner Abgeordnete
 

„Arm verdreht“: Vorwurf der Frauengewalt in der SPD

Ausgerechnet die bildungspolitische Sprecherin der Berliner SPD soll einen parteiinternen Widersacher körperlich angegriffen haben. Mitten im Wahlkampf liegen die Nerven unter den Genossen blank.
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BERLIN. Im Berliner SPD-Kreisverband Mitte tobt ein Kampf um die durch den Stimmenschwund immer knapper werdenden sicheren Listenplätze. Dabei soll es auch zu einer körperlichen Attacke der bildungspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Maja Lasić, gekommen sein.

Die 46jährige soll ihren parteiinternen Konkurrenten Kazem Radpasand nicht nur angebrüllt, sondern ihm auch den Arm verdreht haben. Das geht aus einem Brief des 62jährigen Vorsitzenden der SPD-Abteilung Panke-Kiez hervor, den dieser an das Awareness-Team der SPD schrieb und über den der Tagesspiegel berichtet. Pikant: Die 1979 im damals jugoslawischen Mostar geborene und als 14jährige als Flüchtling vor dem Bürgerkrieg in Bosnien nach Deutschland gekommene Lasić ist im von Radpasand geführten Ortsvorstand laut dessen Webseite Beisitzerin.

Der Streit zwischen den beiden um die Nominierung für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September dieses Jahres soll demnach bei einem Funktionärstreffen der SPD-Mitte am 10. September 2025 eskaliert sein.

SPD-Streit um Kandidatenaufstellung

Laut dem Schreiben habe Lasić Radpasand noch vor Beginn der Veranstaltung in der Berliner-SPD-Zentrale auf offener Straße abgefangen und diesen „mit erhobener Stimme“ angesprochen. Die Abgeordnete habe sich darüber empört, dass er sie nicht über ein Treffen einiger Abteilungsvorsitzender im Vorfeld der Kandidatenaufstellung informierte.

Dann soll Lasić handgreiflich geworden sein. Wörtlich heißt es laut der Zeitung in Radpasands Brief: „Als ich etwas Abstand zu Maja herstellte, holte Maja aus, ergriff meinen Arm und verdrehte ihn schmerzhaft, als sie mich zu sich zurückzog.“ Danach habe sie ihm gedroht: „Die Diskussion ist noch lange nicht beendet, ich bin mit dir noch nicht fertig.“

Über ihren Anwalt räumt die Bildungs-Expertin Lasić nur ein, dass ihre verbale Ansprache „nicht angemessen war“. Sie habe sich über die fehlende Unterstützung Radpasands im Vorfeld der Listenaufstellung geärgert. Aber: „Meine Mandantin hat Herrn Radpasand weder den Arm verdreht noch ihn sonst in irgendeiner Weise körperlich unangemessen behandelt.“ Auch die ihr unterstellten Zitate seien „so nicht gefallen“.

„Erneute Eskalation des Konfliktes“

Letztlich war Radpasand seiner innerparteilichen Konkurrentin bei der Kandidatenaufstellung und einer weiteren SPD-internen Wahl unterlegen. Darin vermutet Lasić das Motiv dafür, dass die Vorwürfe nun öffentlich werden. Der Anwalt teilte für sie mit: Es ergebe sich ein „Muster, bei dem jede politische Niederlage der Strömung von Herrn Radpasand auf Parteitagen zu einer erneuten Eskalation des Konfliktes führt“.

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Das mutmaßliche Opfer der Frauengewalt bestreitet das gegenüber dem Tagesspiegel: „Ich habe bewusst weder die Öffentlichkeit gesucht noch im Vorfeld ein Parteiordnungsverfahren angestrengt oder strafrechtliche Schritte eingeleitet – trotz entsprechender Empfehlungen.“ „Mein Ziel war und ist eine sachliche, interne Klärung sowie eine angemessene Entschuldigung.“ Diese sei bisher ausgeblieben. (fh)

Gewalt angewendet? Die Abgeordnete Maja Lasić auf einem SPD-Parteitag 2019. Foto: IMAGO / Berlinfoto
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