BERLIN. Grünen-Politikerin Ricarda Lang hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Fall der Schauspielerin Collien Fernandes (die JF berichtete) zu einer öffentlichen Stellungnahme aufgefordert und zugleich dem Staat Versäumnisse beim Schutz von Frauen vor „digitaler Gewalt“ vorgeworfen. Lang sagte den Sendern RTL und ntv, sie wünsche sich, „dass Friedrich Merz sich zu dem Fall Collien Fernandes äußert“.
Als Kanzler trage er Verantwortung dafür, „ob wir in einem Land leben, in dem sich Frauen sicher fühlen können, egal, ob auf der Straße oder im Netz“. Zugleich kritisierte die frühere Grünen-Chefin den Umgang mit digitaler Gewalt scharf. „Wenn es um digitale Gewalt geht, dann versagt unser Rechtsstaat“, erklärte sie. Es brauche politische Konsequenzen und neue gesetzliche Regelungen, um Betroffene wirksam zu schützen.
Neben Lang machen auch die Grünen Druck
Auslöser der Debatte sind schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen. Laut einem Bericht des Spiegel soll Ulmen täuschend echte Fakeprofile von Fernandes erstellt und darüber zahlreiche Männer kontaktiert haben. Demnach habe er sich als sie ausgegeben, sexuelle Gespräche geführt und Deepfake-Videos verschickt. Die Ermittlungen in der Causa wurden eingestellt (JF berichtete).
Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft in Itzehoe sei dort eine Anzeige der Geschädigten bearbeitet worden. Es seien weitere Unterlagen erbeten worden. Das sei unterblieben. Daraufhin habe die Staatsanwaltschaft das Verfahren vorläufig eingestellt, weil es keine Ermittlungsansätze… https://t.co/zawuh1iIjF
— Iris Sayram (@irisma8) March 23, 2026
Ulmens Anwalt wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die Berichterstattung als „rechtswidrig“. Es würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Parallel wächst der politische Druck: Ein Bündnis von 250 prominenten Frauen, an dessen Initiative auch Lang beteiligt war, fordert strengere Gesetze gegen Deepfakes und sogenannte „Nudify-Apps“. Auch aus der SPD kommen entsprechende Signale. Parteichef Lars Klingbeil sprach von einem „nicht akzeptablen“ Zustand, Bundesjustizministerin Stefanie Hubig kündigte eine Reform des Strafrechts an. (rr)






