STUTTGART. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat die Spendenfigur „Nicknegerle“ aus der Wallfahrtskirche Weggental bei Rottenburg am Neckar entfernen lassen. Nach Angaben der Kirche reagiert sie damit auf anhaltende Debatten über die als diskriminierend empfundene Darstellung.
Die Figur war Teil einer Weihnachtskrippe und zeigte ein dunkelhäutiges Kind, das bei Geldeinwurf nickte.
Laut der Diözese Rottenburg-Stuttgart solle Weihnachten als Botschaft des Friedens wahrgenommen werden. Kontroversen über Kolonialismus oder Darstellungen dürften diese Botschaft nicht überlagern. Die Diskussion um das „Nicknegerle“ reicht Jahrzehnte zurück.
Das „Nicknegerle“ und der Staatschutz
Bereits Mitte der neunziger Jahre war die Figur aus der Krippe der Wallfahrtskirche Weggental entfernt worden, später jedoch wieder aufgestellt worden. Damals wurde sie unter anderem als Symbol für Armut in Afrika oder Brasilien gedeutet. Im Jahr 2008 kam es zu einem weiteren Höhepunkt der Auseinandersetzung, als Unbekannte die Parole „Nicken für Rassismus“ an die Kirchenwand sprühten. Die Polizei schaltete damals sogar den Staatsschutz ein.
Nun hat die Diözese laut SWR entschieden, die Figur dauerhaft nicht mehr einzusetzen. Der Schritt wird vor Ort weiterhin unterschiedlich bewertet. (rr)






