BERLIN. Der Berliner Senat hat seine Pläne zur Reform des Geschichtsunterrichts an den Gymnasien korrigiert. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) hat nach scharfer Kritik von Lehrkräften und der Bundesstiftung Aufarbeitung zugesagt, daß die Geschichte der DDR auch künftig Pflichtstoff in der gymnasialen Oberstufe bleibt. Wie die Vorsitzende des Berliner Geschichtslehrerverbandes, Lea Honoré, dem Tagesspiegel mitteilte, habe die Senatorin angekündigt, die entsprechende Verordnung zu ändern.
Ziel sei es, zu verhindern, daß die Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte, Friedlicher Revolution und Wiedervereinigung zu einem bloßen Wahlangebot werde. Eine offizielle Bestätigung der Bildungsverwaltung lag zunächst nicht vor. Auslöser der Debatte war ein neuer Rahmenplan, der ab Sommer gelten sollte. Durch die geplante Neuordnung wäre die DDR-Geschichte in das dritte Semester und damit faktisch in einen nicht verpflichtenden Bereich verschoben worden. In Berlin sind nur die ersten beiden Semester des Geschichtsunterrichts verbindlich.
DDR-Hauptstadt mit besonderer Verantwortung
In einem offenen Brief hatten der Verband der Geschichtslehrer sowie die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vor einem „schwerwiegenden Fehler“ gewarnt. Gerade Berlin trage eine besondere historische Verantwortung, da die Stadt sowohl Machtzentrum des NS-Staates als auch Hauptstadt der DDR und Brennpunkt des Kalten Krieges gewesen sei.
Honoré kritisierte darüber hinaus, das Fach Geschichte werde seit Jahren geschwächt. Die geplante Reform sei ohne ausreichende Einbindung der Fachverbände erfolgt. Die Bildungsverwaltung hatte zuletzt signalisiert, die Einwände ernst zu nehmen. (rr)






