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SPD-Hannover in der Bredouille: Nach JF-Recherche: Strafanzeige gegen „Integrationsarbeit Kronsberg“ gestellt

SPD-Hannover in der Bredouille: Nach JF-Recherche: Strafanzeige gegen „Integrationsarbeit Kronsberg“ gestellt

SPD-Hannover in der Bredouille: Nach JF-Recherche: Strafanzeige gegen „Integrationsarbeit Kronsberg“ gestellt

Das Bild zeigt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und die SPD-Politikerin Hülya Iri, die den Verein „Integrationsarbeit Kronsberg“ gegründet hat.
Das Bild zeigt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und die SPD-Politikerin Hülya Iri, die den Verein „Integrationsarbeit Kronsberg“ gegründet hat.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die SPD-Politikerin Hülya Iri: Der Fall „Integrationsarbeit Kronsberg“ wird eine Sache der Justiz. Fotos: picture alliance/dpa | Matthias Balk / KI
SPD-Hannover in der Bredouille
 

Nach JF-Recherche: Strafanzeige gegen „Integrationsarbeit Kronsberg“ gestellt

Die Vorgänge um „Integrationsarbeit Kronsberg“ werden jetzt Sache der Justiz. Die massiven finanziellen Ungereimtheiten des SPD-nahen Vereins wurden nun vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zur Anzeige gebracht.
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HANNOVER. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Ermittlungen gegen Verantwortliche des Vereins „Integrationsarbeit Kronsberg“ aufgenommen. Auslöser sind zwei Strafanzeigen, eine davon kommt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), wie das Online-Magazin „Rundblick Niedersachsen“ berichtet. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft teilte gegenüber dem Magazin mit, dass es um den Verdacht auf Untreue und Subventionsbetrug geht.

Hintergrund sind finanzielle Ungereimtheiten des Vereins (JF berichtete). Esma Bozdemir, die Tochter von Vereinsgründerin Hülya Iri und inzwischen Vorsitzende von „Integrationsarbeit Kronsberg“, besitzt mehrere Immobilien in Hannover. Das Grundbuchamt bestätigt gegenüber der JF, sie als Eigentümerin zu führen. Eine Immobilie, die laut einem Informanten Bozdemir gehören soll, wurde auf mehreren Immobilien-Portalen für einen Kaufpreis von 549.000 Euro angeboten. Inzwischen ist das Inserat gelöscht.

Die Grafik bewirbt eine Recherche der JUNGEN FREIHEIT zum Verein Integrationsarbeit Kronsberg.

Das Thema ist politisch brisant, denn Vereinsgründerin Hülya Iri war jahrelang Vize-Chefin der SPD-Fraktion im Rat von Hannover, auch ihre Tochter Esma Bozdemir ist SPD-Mitglied – und inzwischen Vorsitzende des Vereins, der trotz öffentlicher Förderungen in Höhe von mehr als einer Million Euro unlängst Insolvenz angemeldet hatte.

SPD wusste vom Verdacht gegen „Integrationsarbeit Kronsberg“

Bereits seit Oktober 2025 gingen mehrere anonyme Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft Hannover ein, die JF konnte diese einsehen. Dort werden Iri, ihrer Tochter Bozdemir, Schatzmeister Tayboga und weiteren Vereinsmitgliedern unter anderem Subventionsbetrug und Urkundenfälschung vorgeworfen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft teilte damals gegenüber dieser Zeitung mit, dass sie keinen Anfangsverdacht für kriminelle Handlungen feststellen konnte und deshalb nicht ermittele.

Am 17. Dezember vergangenen Jahres landete eine ähnliche Nachricht bei dem Hannoveraner Bundestagsabgeordneten Adis Ahmetovic. Am 22. Januar erneut. Dennoch hat bisher niemand etwas unternommen, zumindest offiziell nicht. Die JF fragte Ahmetovic, ob die Vorwürfe geprüft wurden. Darauf antwortete die Geschäftsführung der SPD Hannover, es bestehe „kein Zusammenhang zwischen dem Verein und der SPD“.

Die Parteimitgliedschaften ruhen

Insgesamt habe es inzwischen acht Strafanzeigen gegeben, acht davon anonym und eine vom Bamf. Eine anonyme Anzeige sei sehr detailliert gewesen und habe auch Hinweise auf Immobilienkäufe hochrangiger Vereinsmitglieder enthalten, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber „Rundblick Niedersachsen“ mitteilte.

Inzwischen ruhen Iris und Bozdemirs Parteimitgliedschaften, weil der Stadtverband bereits ein Parteiordnungsverfahren gegen die beiden angestrebt hatte. (st)

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die SPD-Politikerin Hülya Iri: Der Fall „Integrationsarbeit Kronsberg“ wird eine Sache der Justiz. Fotos: picture alliance/dpa | Matthias Balk / KI
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