ROSTOCK. Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) hat ihre Teilnahme am Treffen des „Rostock Business Club“ abgesagt, weil dort der Möbel-Höffner-Gründer Kurt Krieger als Hauptredner auftreten soll. Hintergrund sind Parteispenden des Unternehmers an die AfD.
Erst vor wenigen Wochen ist bekannt geworden, dass der 77jährige im Jahr 2024 insgesamt 18.000 Euro an die Partei überwiesen hatte (die JF berichtete).
Kröger begründete ihren Boykott damit, dass finanzielle Zuwendungen politische Strukturen unterstützten. Sie gehe zwar davon aus, dass „Herr Krieger nicht rechtsextrem denkt“. Dennoch verwies sie auf Kritik an der „Salonfähigkeit von Rechtsextremisten“. „Gleichgültigkeit aus rein wirtschaftlichen Erwägungen ist für mich nicht akzeptabel. Gelder sind geflossen, Gelder unterstützen Strukturen und Personen.“ Die Spenden gingen unter anderem an den AfD-Kreisverband Chemnitz. Dort hatte Krieger 2023 das frühere Kaufhof-Gebäude erworben. Anfang 2024 beschloss der Stadtrat mit Stimmen der AfD, Teile der Verwaltung in dem Gebäude unterzubringen.
Neben Linken ruft auf SPD zum Boykott von Höffner auf
Der „Rostock Business Club“ wird vom Wirtschaftsnetzwerk „Region Rostock“ organisiert und findet am Donnerstag zum 71. Mal statt. Krieger soll dort über Investitionspläne in der Hansestadt sprechen, darunter ein seit Jahrzehnten geplantes Möbelhaus-Projekt im Stadtteil Schutow. Wirtschaftsminister Wolfgang Blank (parteilos) will trotz der Kontroverse an der Veranstaltung teilnehmen. Ein Sprecher erklärte, der persönliche Austausch mit der Wirtschaft sei für seine Arbeit unerlässlich.
Unterdessen sorgt Kriegers AfD-Spende auch andernorts für politische Reaktionen. Der Berliner SPD-Politiker Kevin Hönicke rief in sozialen Netzwerken zum Boykott von Höffner auf. „18.000 Euro für eine Partei, die unsere Demokratie verächtlich macht – das ist keine private Randnotiz“, schrieb er. Nach eigenen Angaben wurde sein Boykottaufruf bereits mehr als 300.000 Mal geteilt. (rr)




![[M] Ein gelbes Schild mit leichtem Riss und der Aufschrift: "Deutsche Wirtschaft" an einer Wand mit aufgeplatzter Farbe und einem grossen Riss sowie einem Portrait von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Schmollmund als Scherenschnitt. Foto mit Composing als Symbolbild fuer die anhaltend schwaechelnde Wirtschaft in Deutschland und die grosse Aufgabe, diese wieder durch angepasste Rahmenbedingungen zum Laufen zu bringen. Hat Friedrich Merz zu viel versprochen? Wenn die wertschöpfung zusammenbricht](https://assets.jungefreiheit.de/2026/03/558470510.jpg)

