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Meinungsfreiheit: Martenstein: „Kampf gegen Rechts“ ist Kampf gegen die Demokratie

Meinungsfreiheit: Martenstein: „Kampf gegen Rechts“ ist Kampf gegen die Demokratie

Meinungsfreiheit: Martenstein: „Kampf gegen Rechts“ ist Kampf gegen die Demokratie

Harald Martenstein, Autor von „Gelenkte Demokratie“ und „Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer der Kommunismus“
Harald Martenstein, Autor von „Gelenkte Demokratie“ und „Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer der Kommunismus“
Martenstein in der Berliner „Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer der Kommunismus“: Es droht das Ende der Demokratie. Foto: JF & Imago, J. Ritter
Meinungsfreiheit
 

Martenstein: „Kampf gegen Rechts“ ist Kampf gegen die Demokratie

Mit seiner Brandrede beim inszenierten AfD-Verbotsprozess wurde er zum Freiheitshelden. Nun gewährt Harald Martenstein erstmals Einblick in sein neues Buch „Gelenkte Demokratie“.
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Für viele ist er ein Held – und nun wird er ein Buch über seine Heldentat schreiben. Harald Martenstein selbst lehnt eine solche Deutung zwar ab, Fakt ist aber, dass sein spektakulärer Auftritt im Februar beim inszenierten AfD-Verbotsprozess im Hamburger Thalia-Theater für Deutschland eine Zäsur war: Wie kein Zweiter hat der langjährige Zeit-Kolumnist der woken Linken den Spiegel vorgehalten. Seine 14minütige Rede ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, ging viral und rockte die Social-Media-Kanäle.

Kein Wunder, dass der Münchner Langen-Müller-Verlag, spezialisiert auf widerständige Autoren, danach auf Martenstein zukam und ihm vorschlug, seine Rede zu einem Buch auszubauen: „Gelenkte Demokratie – ein Plädoyer für die Freiheit“, das im Herbst erscheinen wird.

„Kampf gegen Rechts“ ist Kampf gegen die Demokratie

Noch sitzt der Bestsellerautor zwar am Manuskript, doch am Dienstagabend gab er in der Berliner „Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus“ einen ersten Einblick in sein werdendes Werk. Vor rund 50 Zuhörern präsentierte er in der kleinen, aber feinen Forschungseinrichtung zum Thema linker Totalitarismus zunächst noch einmal seine Rede, in der er aufzeigte, dass der „Kampf gegen Rechts“ inzwischen nichts anderes sei als ein „Kampf gegen die Demokratie“ selbst.

Denn längst ziele der vor allem darauf, „die politische Konkurrenz auszuschalten“, etwa durch die Stigmatisierung Andersdenkender als „Nazi“, ein Etikett, das „zum Sammelbegriff geworden ist für alle, die nicht woke sind oder an den Sieg des Sozialismus glauben“. In letzter Konsequenz laufe das auf nichts anderes hinaus, als dass „die politische Meinung eines großen Teils der Bevölkerung keine Rolle mehr spielt“ und damit auf eine „Ersetzung der Demokratie“, warnte Martenstein. „Doch wie“, fragte er in den Saal, „soll das neue System dann heißen? Vielleicht ‘Gelenkte Demokratie’?“

Damit greift der erfolgreiche Publizist einen Begriff auf, der lange verwendet wurde, um die Verwandlung der Demokratie in eine Autokratie durch Russlands Präsident Putin zu beschreiben und den er nun auch für den Titel seines kommenden Buches gewählt hat.

Martenstein zeigt auf, wie im Prozess gelogen wurde

Die erhofften Einblicke in dieses fielen dann allerdings doch geringfügiger als von manchem Zuhörer erhofft: Martenstein las aus einem Kapitel, in dem er von den ersten Reaktionen unmittelbar nach seiner Rede berichtet, etwa als ein „bereits betankter“ Mitarbeiter des Thalia ihn mit so aggressivem Unterton ansprach, dass er sich sicherheitshalber zurückzog.

Das deckt sich mit dem, was der Youtuber Feroz Khan über seine Erlebnisse im Thalia berichtet hat, der wie Martenstein im Prozess aufgetreten war. Khans Verhör durch die Anklagevertreterin Gabriele Heinecke schildert Martenstein nochmals durch seine Brille und zeigt dabei auf, mit welcher Methode die Rechtsanwältin den Zeugen Khan zu desavouieren versuchte und dabei selbst, so Martensteins Schluss, vor Gericht log.

Das Buch verspricht also eine genaue Analyse der Prozess-Inszenierung im Thalia, die Anfang des Jahres für große Aufmerksamkeit gesorgt hat. Sowie, davon ausgehend eine Analyse, wie sehr Meinungsfreiheit und Demokratie in Deutschland inzwischen im Allgemeinen tatsächlich bedroht sind.

Bestsellerautor Martenstein und Berliner Gedenkbibliothek

Dass das Buch erneut ein Erfolg werden wird, davon ist auszugehen, denn der vielfach preisgekrönte Martenstein war über fast ein Vierteljahrhundert eine Institution als liberale Stimme und Kolumnist bei der Zeit sowie beim Berliner Tagesspiegel. Anders als das Hamburger Wochenblatt Anfang 2026 verließ er die Tageszeitung 2022 allerdings im Zerwürfnis, weil die Redaktion eine seiner Kolumnen ohne Absprache löschte – angeblich aufgrund von Leserprotesten, die es so nie gegeben habe.

Der beliebte Erfolgsautor, der bei mehreren renommierten Verlagen bereits knapp zwei Dutzend Bücher verfasst hat (darunter den Bestseller „Nettsein ist auch keine Lösung“), wechselte daraufhin vom Tagesspiegel zur Welt am Sonntag. Nach seinem Ende bei der Zeit wechselte er im Februar zudem zur Bild, wo er nun als Nachfolger des unlängst verstorbenen, berühmt-berüchtigten Kolumnisten Franz Josef Wagner („Post von Wagner“) die Kolumne „Mail von Martenstein“ schreibt.

Zu verdanken ist sein Auftritt der Berliner Gedenkbibliothek, die 1990 nach dem Ende des Kommunismus in Europa unter anderem von ehemaligen Dissidenten gegründet worden ist. Seitdem versucht sie zum einen, die Erinnerung an die Opfer der roten Gewaltherrschaft wachzuhalten, zum anderen, Geschichte und System des linken Totalitarismus zu erforschen – weshalb sie immer wieder angefeindet wird. So hat es das kleine Institut, beheimatet im Nikolaiviertel, dem historischen Zentrum Berlins, in Zeiten wachsender links-woker Hegemonie immer schwerer und ist auf engagierte Bürger als finanzielle Förderer angewiesen, um seine Gedenk-, Forschungs- und öffentliche Aufklärungsarbeit (regelmäßige öffentliche Vorträge und Ausstellungen) auch in Zukunft fortsetzen zu können.

Martenstein in der Berliner „Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer der Kommunismus“: Es droht das Ende der Demokratie. Foto: JF & Imago, J. Ritter
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