BERLIN. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat vor den Folgen der Rückkehrpläne von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für syrische Migranten gewarnt. Sollten in den kommenden Jahren viele Syrer Deutschland verlassen, drohten nach Einschätzung der Kliniken spürbare Engpässe in der medizinischen Versorgung.
Der Kanzler hatte erklärt, dass in der längeren Perspektive der kommenden drei Jahre ein Großteil der noch in Deutschland lebenden Syrer in ihre Heimat zurückkehren solle (die JF berichtete).
Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Henriette Neumeyer, warnte nun vor den Folgen. Syrische Ärzte stellten die größte Gruppe unter den ausländischen Medizinern in Deutschland dar. Ende 2024 arbeiteten nach Angaben der DKG 5.745 syrische Ärzte in deutschen Krankenhäusern. Hinzu kämen mehr als 2.000 syrische Pflegekräfte.
Heimkehr der Syrer und das Gesundheitssystem
„Würden diese Fachkräfte wieder das Land verlassen, hätte das spürbare Auswirkungen auf die Versorgung“, sagte Neumeyer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Eine forcierte Rückkehr sei aus Sicht der Gesundheitsversorgung „nicht produktiv“.
Die Debatte trifft einen ohnehin angespannten Kliniksektor. Viele Häuser kämpfen seit Jahren mit Personalmangel, hoher Arbeitsbelastung und wirtschaftlichem Druck. Die DKG verweist seit langem auf den Fachkräftemangel als eines der größten Strukturprobleme im deutschen Gesundheitswesen. (rr)






