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Prozessbeginn: Islamlehrer soll Kinder sexuell missbraucht haben

Prozessbeginn: Islamlehrer soll Kinder sexuell missbraucht haben

Prozessbeginn: Islamlehrer soll Kinder sexuell missbraucht haben

Der Islamlehrer verdeckt im Landgericht sein Gesicht: Zur eigenen Lustbefriedigung soll er Kinder mit Öl massiert haben. picture alliance/dpa | Stefan Puchner
Der Islamlehrer verdeckt im Landgericht sein Gesicht: Zur eigenen Lustbefriedigung soll er Kinder mit Öl massiert haben. picture alliance/dpa | Stefan Puchner
Der Islamlehrer verdeckt im Landgericht sein Gesicht: Zur eigenen Lustbefriedigung soll er Kinder mit Öl massiert haben. picture alliance/dpa | Stefan Puchner
Prozessbeginn
 

Islamlehrer soll Kinder sexuell missbraucht haben

Ein Islamlehrer soll in Baden-Württemberg mehrere Kinder sexuell missbraucht haben. Dafür nutzte er perfide Methoden und seine Autorität aus. Ein ähnlicher Fall sorgt ebenfalls für Aufsehen.
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ELLWANGEN. Am Landgericht Ellwangen in Baden-Württemberg hat am Mittwoch der Prozess gegen einen Islamlehrer begonnen, der acht Jungen sexuell missbraucht haben soll. Der 35jährige deutsche Staatsbürger soll die Kinder im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren zum Teil vergewaltigt, zum Oralverkehr gezwungen und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben.

Für die insgesamt 27 vorgeworfenen Fälle habe der Islamlehrer seine Funktion als religiöse Autoritätsperson ausgenutzt, warf ihm die Staatsanwaltschaft vor. Ein Großteil der Vorfälle soll sich in dem islamischen Schülerwohnheim in Giengen an der Brenz im Kreis Heidenheim abgespielt haben.

Kinder wurden zum Schweigen gebracht

Der Islamlehrer soll die Kinder unter anderem zu einem Filmabend in sein Büro eingeladen haben. Dort soll er die Kinder ausgezogen und sie zu einer gegenseitigen Massage mit Öl gezwungen haben. Laut der Anklageschrift zwang er die Kinder mit Sätzen wie „Du bleibst hier, ich bin dein ‚Hoca‘, du musst das machen“ oder „Du musst dienen, du musst mir gehorchen“ zu den Handlungen.

Nach den Übergriffen soll der Islamlehrer die Jungen unter Druck gesetzt und zum Schweigen gebracht haben. Der 35jährige erklärte sich bereits nach der Verlesung seiner Anklageschrift dazu bereit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Jedoch wurde dafür die Öffentlichkeit ausgeschlossen, da die Erklärung des Islamlehrers Einblicke in sein Sexualleben geben würde, die unter anderem den Persönlichkeitsschutz des Angeklagten verletzen könnten.

Nicht der erste übergriffige Islamlehrer

Bereits in der Vergangenheit wurden wichtige Figuren aus der islamischen Szene wegen sexueller Straftaten belangt. Vergangenen Monat verurteilte beispielsweise ein Strafgericht den Schweizer Islamwissenschaftler und Prediger Tariq Ramadan wegen Vergewaltigung zu 18 Jahren Haft (JF berichtete). Nach Überzeugung des Gerichts verging sich Ramadan zwischen 2009 und 2016 an drei Frauen.

Bereits zuvor war Ramadan in der Schweiz verurteilt worden. Ein Berufungsgericht hatte ihn schuldig gesprochen, eine muslimische Konvertitin vergewaltigt und weiteren sexuellen Übergriffen ausgesetzt zu haben. Das Gericht verhängte eine Haftstrafe von drei Jahren, davon zwei auf Bewährung. Zuvor war er in erster Instanz noch freigesprochen worden. Zu den ersten Klägerinnen zählt die Französin Henda Ayari. Sie hatte Ramadan bereits 2017 beschuldigt, sie fünf Jahre zuvor in einem Pariser Hotel vergewaltigt zu haben. Ihre Anzeige löste eine Welle weiterer Vorwürfe aus. Zwei weitere Frauen meldeten sich in der Folge und schilderten ähnliche Erlebnisse.

Ramadan war lange Zeit eine feste Größe im europäischen Diskurs über den Islam. Er lehrte unter anderem an der Universität Oxford und trat regelmäßig in verschiedenen europäischen Medien auf. Diese Auftritte wurden teilweise staatlich gefördert oder fanden im institutionellen Rahmen statt. Dabei präsentierte er sich als Vermittler eines „europäischen Islam“. (mas)

Der Islamlehrer verdeckt im Landgericht sein Gesicht: Zur eigenen Lustbefriedigung soll er Kinder mit Öl massiert haben. picture alliance/dpa | Stefan Puchner
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