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Baden-Württemberg: Hagel streitet mit CDU-Mitglied über den „Muslim“ Özdemir

Baden-Württemberg: Hagel streitet mit CDU-Mitglied über den „Muslim“ Özdemir

Baden-Württemberg: Hagel streitet mit CDU-Mitglied über den „Muslim“ Özdemir

Gemeinsam gegen ein CDU-Mitglied: Die baden-württembergischen Ministerpräsidentenkandidaten Manuel Hagel (CDU) und Cem Özdemir (Grüne).
Gemeinsam gegen ein CDU-Mitglied: Die baden-württembergischen Ministerpräsidentenkandidaten Manuel Hagel (CDU) und Cem Özdemir (Grüne).
Gemeinsam gegen ein CDU-Mitglied: Die baden-württembergischen Ministerpräsidentenkandidaten Manuel Hagel (CDU) und Cem Özdemir (Grüne). Foto: picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod
Baden-Württemberg
 

Hagel streitet mit CDU-Mitglied über den „Muslim“ Özdemir

Kurz vor der Landtagswahl weist CDU-Spitzenkandidat Hagel auf X einen Parteifreund zurecht, der vor dem „Muslim“ Özdemir warnt. Auch der Grüne schaltet sich ein. Nun geht der Beitrag des kleinen Parteimitglieds endgültig viral. Über eine Wahlkampf-Posse.
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Ob das relativ unbekannte CDU-Mitglied Gundolf Siebeke damit gerechnet hat, daß sich auf sein Post bei X gleich die beiden aussichtsreichsten Politiker für das Amt des baden-württembergischen Ministerpräsidenten melden würden? Zunächst stauchte CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel seinen Parteifreund zusammen. Dann übte sein Widerpart von den Grünen, Cem Özdemir, den Schulterschluß mit Hagel.

Was war passiert? Siebeke hatte die Baden-Württemberger davor gewarnt, „einen Muslim an die Spitze ihres Bundeslandes zu wählen“. Er behauptete, Özdemir schweige „seit Jahrzehnten zur Islamisierung der Bundesrepublik“. Und dies bedeute, „daß er diese nicht stören will. Er unterstützt somit unsere Islamisierung. Als Ministerpräsident kann er, muß er als Muslim und wird er die Islamisierung durch seine Entscheidungsmacht fördern.“

Das relativ lange Post beendet der CDU-Mann mit den Sätzen über Özdemir: „Seine Loyalität gilt zuerst dem Islam. Das ist seine Pflicht als Muslim!“ Wahrscheinlich hätte Siebekes Post ein paar tausend Menschen erreicht, wie die anderen Beiträge, die er verbreitet. Mittwochfrüh aber hatte er bereits mehr als 400.000 Aufrufe.

Hagel läßt den Beitrag viral gehen

Das liegt daran, daß zunächst Hagel den Beitrag teilte – aber nicht wohlwollend. Der CDU-Spitzenkandidat schrieb: „So ein Unsinn. Das ist nicht unser Wahlkampfstil, das ist nicht unsere CDU.“ Seine Partei, so der Spitzenkandidat, lehne „Kulturkämpfe“ ab. Diese führten „nie zu etwas Gutem“. Die CDU stehe „für das Brückenbauen und Zusammenführen“.


Nun explodierten die Aufrufe – und das ging auch noch weiter, als sich nun plötzlich der von Siebeke angegriffene und von Hagel verteidigte Özdemir zu Wort meldete: „Vielen Dank! Genau so machen wir es! Ihr Cem Özdemir“, schrieb er an den CDU-Chef.

Hagels Beitrag wiederum löste auch Reaktionen bei der AfD aus: „Die Grünen lachen sich tot über diesen Post, billiger kann man nicht über ein Stöckchen springen“, meinte der Landtagsabgeordnete Jochen K. Roos.

AfD für und gegen Hagel

Aber Hagel bekam auch Zuspruch aus den Reihen der Blauen: „Als AfDler kann auch ich diesen vulgären Ausfälligkeiten gegen alles Türkische und Muslimische nichts abgewinnen, egal ob der Absender CDUler, AfDler oder FDPler ist. Sehe das hier so wie Sie!“, schrieb Dominik Henning an den CDU-Landeschef.

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Auch Siebeke meldete sich noch einmal zu Wort und konterte seinen Parteichef, der forderte, mit Özdemir „fair und respektvoll“ umzugehen: „Fair und respektvoll müssen wir mit unserem Land, unserer Heimat umgehen. Wir wollen keine Islamisierung!“ (fh)

Gemeinsam gegen ein CDU-Mitglied: Die baden-württembergischen Ministerpräsidentenkandidaten Manuel Hagel (CDU) und Cem Özdemir (Grüne). Foto: picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod
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