WASHINGTON. Ein US-Gericht hat Greenpeace zehn Jahre nach umstrittenen Pipeline-Protesten zu einer millionenschweren Zahlung verurteilt. Die Organisation soll 345 Millionen Dollar Schadensersatz an den Betreiber der Dakota-Access-Pipeline zahlen. Das Gericht im Bundesstaat North Dakota entschied, daß Greenpeace für Schäden im Zusammenhang mit Protesten in den Jahren 2016 und 2017 haftet.
Damit bestätigte es im Kern ein früheres Geschworenenurteil, halbierte jedoch die ursprünglich festgesetzte Summe von 600 Millionen Dollar. Greenpeace kündigte umgehend Berufung an.
Greenpeace spricht von Einschüchterungsklage
„Dieser Rechtsstreit ist noch lange nicht vorbei“, erklärte die Chefjustiziarin von Greenpeace International, Kristin Casper. Man betrachte das Urteil als „Rückschlag“. Im Zentrum des Verfahrens stehen Proteste gegen die Dakota Access Pipeline, eine mehr als 1.700 Kilometer lange Ölleitung, die auch durch Gebiete von Sioux-Stämmen führt. Die Umwelt-NGO befürchten im Falle eines Lecks eine Verschmutzung des Grundwassers.
Der Pipeline-Betreiber Energy Transfer hatte Greenpeace wegen einer gewalttätigen und verleumderischen Kampagne verklagt. Firmenanwalt Trey Cox warf der Organisation vor, den Indianer-Stamm der Standing Rock Sioux „ausgenutzt“ zu haben, um ihre Agenda gegen fossile Brennstoffe durchzusetzen. Das Urteil erging unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Belästigung. Greenpeace spricht hingegen von einer sogenannten Einschüchterungsklage. (rr)






