MEXIKO-STADT. Die iranische Fußballnationalmannschaft hat ihr geplantes WM-Quartier in den Vereinigten Staaten offenbar aufgegeben und wird stattdessen in Mexiko untergebracht. Nach Angaben der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum wandte sich der Weltfußballverband Fifa an ihr Land, nachdem die USA eine Unterbringung der Iraner auf amerikanischem Boden faktisch nicht gewollt hätten.
„Unsere Antwort war: Ja, kein Problem, wir haben keinerlei Einwände“, sagte Sheinbaum. Mexiko habe keinen Grund, der iranischen Mannschaft den Aufenthalt zu verweigern. Als neuer Standort gilt nun die Grenzstadt Tijuana. Von dort aus ist Los Angeles, wo Iran bei der Weltmeisterschaft 2026 seine ersten Gruppenspiele gegen Neuseeland und Belgien austragen soll, vergleichsweise schnell erreichbar.
Ursprünglich war Tucson im US-Bundesstaat Arizona als Quartier vorgesehen. Der Präsident des iranischen Fußballverbands, Mehdi Tadsch, begründete den Wechsel offiziell mit logistischen Vorteilen. Neben der kürzeren Anreise nach Los Angeles dürften auch mögliche Visa- und Einreiseprobleme eine Rolle gespielt haben. Hintergrund ist der militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran, der Ende Februar eskaliert war.
Iran treibt weiteren Keil zwischen USA und Mexiko
Seitdem steht die Frage im Raum, ob iranische Spieler, Trainer und Funktionäre problemlos in die Vereinigten Staaten einreisen können. Vertreter des iranischen Verbands hatten sich deshalb zuletzt in Istanbul mit der Fifa getroffen, um über die WM-Teilnahme des Landes zu beraten.
Mexiko, die USA und Kanada richten die Weltmeisterschaft 2026 gemeinsam aus. Der Fall zeigt jedoch, wie stark politische Spannungen inzwischen selbst die Organisation eines internationalen Fußballturniers berühren. Während die Gastgeberländer offiziell zusammenarbeiten, sorgt der Streit um Irans Unterbringung für neue Irritationen zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten. (rr)







