BERLIN/ERFURT. Auch Ex-Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) ruft zum Widerstand gegen den mit schweren Gewaltandrohungen überzogenen AfD-Parteitag am Wochenende auf. „Erfurt ist eine lebendige, weltoffene Stadt“, sagte sie dem „RND“. Daher dürfe die Oppositionspartei dort nicht tagen: „Die AfD steht all dem entgegen.“
Die 60-Jährige, die in Thüringen bei der Bundestagswahl bei ihrer Kandidatur für das Direktmandat 3,1 Prozent der Stimmen erhielt, ergänzte: „Erfurt wird mit einem großen Fest der Demokratie in der Stadt antworten.“ In der ganzen Stadt würden am Sonnabend und Sonntag Menschen unterwegs sein, „die miteinander reden, diskutieren, die Freiheit feiern“.
Tatsächlich mobilisieren Linksextremisten seit Wochen dafür, den Parteitag mit Gewalt zu verhindern. Auf der militanten Plattform „Indymedia“ kündigten sie unter anderem an, die Dächer der Gebäude an den Zufahrtsstraßen zum Messegelände zu besetzen, um von dort aus die Delegierten und Polizisten anzugreifen.
Die Polizei erwartet rund 2.500 Gewalttäter in der Landeshauptstadt (die JF berichtete) und hat eine sogenannte „Großlage“ ausgerufen. Die Deutsche Polizeigewerkschaft warnte am Wochenende vor „massiven Ausschreitungen“ und gewalttätigen Angriffen auf Polizisten.
Göring-Eckardt: „Tag in Erfurt bleibt friedlich“
Göring-Eckardt sagte, ohne auf die massiven Gewaltaufrufe einzugehen: „Wir setzen alles daran, dass der Tag in Erfurt friedlich bleibt und rufen dazu auch alle Protestierenden auf.“
Auch das linke Bündnis „Widersetzen“, dem sich die Linkspartei, Kirchen, Gewerkschaften und NGOs angeschlossen haben, will den Parteitag „verhindern“. Die Gewerkschaft Verdi finanziert sogar die Busfahrten der Demonstranten aus Nordrhein-Westfalen nach Thüringen. Mit Blockaden wolle man den Zugang zum Veranstaltungsort absperren, so dass dieser nicht stattfinden kann.
Auch Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow rief gestern auf X noch einmal dazu auf, sich dem AfD-Parteitag zu „widersetzen“. In einem von ihm geteilten Video kommt die ganze Parteiführung zu Wort, die von den Bürgern verlangt, nach Erfurt zu reisen.

Die Stadt Erfurt hat die Schulen aus Sorge vor schlimmen Ausschreitungen inzwischen aufgefordert, die Zeugnisausgabe um einen Tag vorzuziehen, damit Schulkinder nicht in Gefahr geraten.
Göring-Eckardt kündigte an: „Unser Protest wird laut sein, er wird bunt sein und offen für alle, die sich der AfD und ihrer menschenverachtenden Politik friedlich entgegenstellen wollen.“ (fh)





