HAMBURG. Eine Woche nachdem ein Südsudanese eine 18jährige Iranerin in Hamburg gepackt und mit sich vor einen Zug gezerrt hat, wird der Hintergrund des Täters immer klarer. Wie die Bild berichtet, war der 25jährige seit Mitte letzten Jahres gleich mehrfach polizeilich auffällig geworden.
So habe sich Ariop A. am 16. Mai 2025 geweigert, das Gelände seiner ehemaligen Wohnunterkunft zu verlassen, obwohl er von dort verwiesen worden war. Als die Polizei auftauchte, setzte er seinen Widerstand fort. Am 26. Mai sei A. dann in eine Schlägerei verwickelt gewesen.
Zuletzt randalierte der Südsudanese im Bordell
Am 5. Januar 2026 soll er wiederum gegen die Zimmertür eines Mitbewohners in seiner Flüchtlingsunterkunft getreten, den Mitbewohner geschlagen und einen Plastikstuhl beschädigt haben. Zehn Tage später sei es zu einem weiteren Streit in der Unterkunft gekommen und einer wechselseitigen Körperverletzung.
Am 27. Januar schließlich randalierte er in einem Bordell auf der Reeperbahn und griff dort einen Mitarbeiter an. Als die Polizei anrückte, griff er einen Beamten an und schlug ihm sein Handy auf den Kopf. Ein Rettungswagen brachte ihn in eine Klinik mit dem Verdacht auf Alkohol- und Drogenkonsum (JF berichtete).

Verurteilt wurde der Südsudanese nie. So wurde am 2. Januar 2026 ein Verfahren wegen Hausfriedensbruchs und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte eingestellt. Das Verfahren hatte sich auf den Vorfall vom 16. Mai 2025 in der ehemaligen Wohnunterkunft bezogen. Zum Vorfall vom 26. Mai 2025 war wiederum nie Strafantrag gestellt worden. Laut Hamburger Abendblatt flog der Mann aber zwei Mal aus seinen Unterkünften – wegen wiederholter Verstöße gegen die Hausordnung, darunter nächtliche Ruhestörung.
Am Bahnsteig soll er Bier getrunken haben
Zwei Tage nach dem bis dato letzten Vorfall ereignete sich dann die Tat in Hamburg-Wandsbek. Um kurz vor 22 Uhr suchte A. den Bahnsteig auf. Dort soll er Bier getrunken haben. Um 22:05 Uhr ergriff er dann die 18jährige Iranerin und stürzte sich mit ihr aufs Gleis vor einen Zug. Ob er dabei etwas rief, ist laut Staatsanwaltschaft unklar.
A. wurde 2001 im Südsudan geboren. Er war Vollwaise und kam über ein „humanitäres Aufnahmeprogramm“ nach Deutschland. Dafür ausgewählt hatte ihn das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Am 20. Juni 2024 reiste er per Charterflug nach Deutschland ein. (ser)





