WIESBADEN. Die Sozialleistungen in Deutschland sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erhöhten sich die Kosten 2025 um 5,9 Prozent auf 751,2 Milliarden Euro. Damit lag der Anstieg erneut über dem langjährigen Durchschnitt seit 1991, der bei 3,4 Prozent liegt.
Zu den monetären Sozialleistungen zählen unter anderem Renten und Pensionen, Krankengeld, Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld I, Grundsicherung, Sozial- und Jugendhilfe, Kindergeld, Elterngeld, Pflegegeld, Ausbildungsbeihilfen und Wohngeld.
Die Entwicklung fiel in den einzelnen Bereichen unterschiedlich aus. Den größten Posten bildete weiter die Rentenversicherung. Ihre Ausgaben stiegen hier um 5,9 Prozent auf 417,9 Milliarden Euro. Auch die öffentlichen Pensionen legten zu. Hier verzeichneten die Statistiker ein Plus von 5,1 Prozent auf 95 Milliarden Euro. Besonders stark stiegen die Ausgaben für Arbeitslosengeld I. Wegen der höheren Arbeitslosigkeit kletterten sie um 19,1 Prozent auf 28,2 Milliarden Euro. In der Sozialhilfe erhöhten sich die Ausgaben um 7,8 Prozent auf 44,4 Milliarden Euro. Beim Pflegegeld gab es ein Plus von 13,1 Prozent auf 31,9 Milliarden Euro. Das Krankengeld stieg um fünf Prozent auf 22,3 Milliarden Euro.
Politik nicht alleine für hohe Sozialleistungen verantwortlich
Einen Rückgang meldete das Statistische Bundesamt dagegen beim Bürgergeld. Die Ausgaben sanken um 1,5 Prozent auf 29,4 Milliarden Euro. Insgesamt fiel der Anstieg der monetären Sozialleistungen damit zwar geringer aus als in den beiden Vorjahren. 2024 hatte das Plus 7,4 Prozent betragen, 2023 waren es 6,9 Prozent gewesen. Dennoch bleibt die Entwicklung deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.
Das Statistische Bundesamt verwies darauf, dass die Höhe der Sozialleistungen nicht allein von politischen Entscheidungen abhänge. Eine Rolle spielten auch die Lage am Arbeitsmarkt, die Erwerbsbeteiligung, die Inflation sowie die demografische Entwicklung der Bevölkerung „einschließlich Zu- und Abwanderung“. (rr)



![Carsten Linnemann bei der Pressekonferenz [press conference] nach der Bundesvorstandssitzung der CDU im Konrad-Adenauer-Haus. Berlin, 18.05.2026](https://assets.jungefreiheit.de/2026/05/595790171.jpg)

