WÜRZBURG. Ein Afghane hat am Stand der Zeugen Jehovas in der Eingangshalle des Würzbürger Hauptbahnhofs mehrere Personen mit einem Messer attackiert. Am Montagmorgen griff er zunächst den Standbetreuer an und machte mehrere Stichbewegungen in seine Richtung, anschließend ging er auf zwei weitere Personen los, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten konnten den Angreifer festnehmen, nachdem mehrere Passanten und ein Polizist in Zivil ihn überwältigt hatten.
Die drei Opfer, der 68jährige Standbetreuer sowie ein 55jähriger und ein 51jähriger, erlitten nur leichte Verletzungen. Schnitt- oder Stichverletzungen wurden nicht festgestellt.
Die Zahl der Messerangriffe steigt seit 2019
Die Ermittler gehen derzeit von einem versuchten Tötungsdelikt aus. Der 35jährige wurde inzwischen dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Außerdem durchsuchte die Polizei seine Wohnung und wertet aktuell die Videoaufnahmen vom Bahnhof aus.
Seit 2019 ist die Zahl der Gewaltdelikte im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei, bei denen ein Messer zum Einsatz kam, deutlich gestiegen. 2025 verzeichnete sie zwar einen Rückgang von 476 auf 440 Straftaten dieser Art an Bahnhöfen gegenüber dem Vorjahr. Die Gesamtzahl stieg jedoch von 838 auf 870 solcher Taten (JF berichtete exklusiv). Von den Tatverdächtigen mit geklärter Identität waren fast 56 Prozent ohne deutschen Paß. Auf mehreren Bahnhöfen bundesweit ist es inzwischen untersagt, Messer zu tragen. (kuk)





