BERLIN. Mitarbeiter von Bundestag und Bundesrat waren 2024 weit häufiger krank als der durchschnittliche Beschäftigte in Deutschland. Das zeigen Zahlen des Bundesinnenministeriums, über die Politico berichtet. Demnach fehlten Bundesratsmitarbeiter im Schnitt an 25,2 Tagen, Bundestagsmitarbeiter an 22,3 Tagen.
Der bundesweite Schnitt aller Beschäftigten lag dagegen bei 14,8 Tagen. Die Mitarbeiter des Innenministeriums übertrafen diesen Wert mit 17,8 Tagen ebenso; das gleiche gilt für die Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums, die im Schnitt 15,9 Krankheitstage anhäuften. Vergleichsweise wenig krank waren dagegen die Beschäftigten des Umweltministeriums mit 7,4 Fehltagen.
CDU will telefonische Krankschreibung abschaffen
Insgesamt hat die Zahl der Krankheitstage bundesweit stark zugenommen: 2020 lag der Durchschnittswert noch bei 10,9 Tagen. Mitte Januar hatte Bundeskanzler Friedrich Merz den Anstieg der vergangenen Jahre kritisiert. „Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten. Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?“, fragte er.
Dabei zog der Christdemokrat auch in Zweifel, ob es „immer noch“ richtig sei, daß es die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung gibt. Am Wochenende beschloß die CDU dann bei ihrem Parteitag in Stuttgart, daß die telefonische Krankschreibung wieder abgeschafft werden soll.
Allerdings bezieht die SPD dagegen Stellung. „Die telefonische Krankschreibung ist absolut sinnvoll“, betonte der Parlamentarische Geschäftsführer der Sozialdemokraten im Bundestag, Dirk Wiese, gegenüber der Bild-Zeitung. „Sie entlastet die Praxen und verhindert weitere Ansteckungen im Wartezimmer.“ Er warnte davor, Patienten „unter Generalverdacht zu stellen“. (ser)





