Anzeige
Anzeige

Landkreis in Thüringen: Bargeld gestrichen – Asylbewerber reisen unverzüglich ab

Landkreis in Thüringen: Bargeld gestrichen – Asylbewerber reisen unverzüglich ab

Landkreis in Thüringen: Bargeld gestrichen – Asylbewerber reisen unverzüglich ab

Landrätin Schweinsburg: Gibt als eine der ersten Bezahkarten aus Foto: picture alliance/dpa | Bodo Schackow Bargeld lacht.
Landrätin Schweinsburg: Gibt als eine der ersten Bezahkarten aus Foto: picture alliance/dpa | Bodo Schackow Bargeld lacht.
Landrätin Schweinsburg: Gibt als eine der ersten Bezahkarten aus Foto: picture alliance/dpa | Bodo Schackow
Landkreis in Thüringen
 

Bargeld gestrichen – Asylbewerber reisen unverzüglich ab

Mit dem Bargeld gehen auch die Asylbewerber: Im thüringischen Greiz reisen plötzlich zahlreiche Migranten ab, nachdem auf Bezahlkarten umgestellt wird. Die Landrätin ist zufrieden und findet klare Worte zur Asylkrise.
Anzeige

GREIZ. Zahlreiche Asylbewerber haben den Thüringer Landkreis Greiz verlassen, nachdem die örtliche Verwaltung die Ausgabe von Bargeld zugunsten einer Bezahlkarte abgeschafft hatte. „Die meisten akzeptieren die Umstellung und sind froh, daß sie überhaupt etwas bekommen. Aber bereits im Dezember haben 15 Flüchtlinge gesagt ‘Wir wollen keine Karte, wir wollen Bargeld’ und sind kurz darauf abgereist“, sagte Dagmar Pöhland vom Verband für Behinderte Greiz, der auch Migranten berät, der Bild-Zeitung.

Laut dem Blatt stieg die Zahl der abgereisten Asylsuchenden bis Mitte Januar um ein Vielfaches an. Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) verteidigte die Bezahlkarten. „Die Stimmung im Land ist sehr aufgeheizt. Bei uns sind durch die Anmietung für Asylsuchende keine Sozialwohnungen frei. Da ist es nicht gut, wenn diese mit mehreren Hunderteuroscheinen im Portemonnaie herumlaufen.“

Bezahlkarte soll deutschlandweit kommen

Ziel sei, daß die Asylbewerber mit dem Steuerzahlergeld nicht einfach abtauchen. „Nur wenn sie persönlich zur Aufladung erscheinen, wird aufgeladen. Das ist keine unzumutbare Einschränkung“, betonte Schweinsburg. Auch Pöhland verteidigte die Streichung der Bargeld-Leistungen: „Wer wirklich auf der Flucht ist, dem ist die Auszahlungsweise egal. Sie kaufen Kleidung oder Lebensmittel. Aber manche holen sich davon auch überteuerte Handys, vor allem Jüngere und Alleinreisende.“

Bund und Länder hatten sich im vergangenen Jahr dazu entschlossen, deutschlandweit eine Bezahlkarte für Asylsuchende einzuführen, um die Anreize zu illegaler Migration abzusenken. Eine entsprechende Ausschreibung von zwölf Bundesländern startet am 31. Januar. Wann die Bargeldzahlungen flächendeckend eingestellt werden, ist derzeit noch nicht klar. (ho)

Landrätin Schweinsburg: Gibt als eine der ersten Bezahkarten aus Foto: picture alliance/dpa | Bodo Schackow
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag