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Schweiz und Deutschland: Sicherheitskräfte nehmen vier IS-Unterstützer fest

Schweiz und Deutschland: Sicherheitskräfte nehmen vier IS-Unterstützer fest

Schweiz und Deutschland: Sicherheitskräfte nehmen vier IS-Unterstützer fest

Polizei im Einsatz (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa
Polizei im Einsatz (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa
Polizei im Einsatz (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa
Schweiz und Deutschland
 

Sicherheitskräfte nehmen vier IS-Unterstützer fest

ZÜRICH/RÖMERBERG. Sicherheitskräfte haben am Montagabend zeitgleich in der Schweiz und in Deutschland vier mutmaßliche Islamisten verhaftet. In der Schweiz wurden dabei drei Personen festgenommen und sieben Wohnungen durchsucht, in Deutschland kam es zu einer Verhaftung und einer Durchsuchung, teilten die Sicherheitsbehörden mit.

Die Bundesanwaltschaft der Schweiz ermittelt gegen zwei der Personen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Verbot der Gruppierungen „Al-Qaida“ und der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Außerdem besteht laut Schweizer Behörden gegen die beiden Personen ein dringender Verdacht der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 20jährigen und einen 26jährigen Schweizer Staatsbürger. Sie waren den Justizbehörden bekannt und sind bereits verurteilt wegen Unterstützungshandlungen zugunsten des IS. Die dritte Verhaftung in der Schweiz erfolgte durch die Jugendanwaltschaft Winterthur, weil die beschuldigte Person minderjährig ist. Die Hausdurchsuchungen und Festnahmen wurden gleichzeitig durchgeführt, weil die drei in der Schweiz festgesetzten Personen sowohl untereinander als auch mit dem verhafteten Deutschen in Kontakt standen.

Bei ihm handelt es sich um den deutschen Staatsangehörigen Aleem N. Er soll eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet haben und zudem Mitglied bei einer terroristischen Vereinigung im Ausland sein. Der Generalbundesanwalt wirft ihm vor, seit langem Anhänger jihadistischer und radikalislamischer Ideen zu sein. „Mitte September 2020 reiste er von Deutschland aus in die Türkei, um von dort weiter nach Syrien zu gelangen.“ In Syrien wollte der Beschuldigte nach Einschätzung der Ermittler dem IS beitreten, eine militärische Ausbildung erhalten und sich anschließend vor Ort an Kampfhandlungen beteiligen.

Deutscher IS-Verdächtiger ist als Islamist bekannt

Da der Ausreiseversuch scheiterte, schloß sich Aleem N. ab April 2021 von Deutschland aus dem IS an und betätigte sich als deutscher Übersetzer, sind sich die deutschen Behörden sicher. „Daneben unterzog sich Aleem N. wahrscheinlich im Spätherbst 2021 einer telefonischen Befragung durch Verantwortliche des IS. Zweck dieser Befragung war die Überprüfung der Zuverlässigkeit des Beschuldigten, da dieser sich abermals vorgenommen hatte, in Operationsgebiete des IS zu reisen.“ Ein weiterer Ausreiseversuch scheiterte im Januar 2022 erneut.

Aleem N. ist den deutschen Sicherheitsbehörden bereits länger bekannt und zählt in Rheinland-Pfalz zu den Top-Gefährdern, also zu einem Personenkreis, dem terroristische Aktivitäten zugetraut werden. Anfang der 2000er Jahre fiel der Beschuldigte den Behörden auf, weil er die Terroranschläge des 11. September 2001 an seinem Arbeitsplatz gelobt hatte.

2007 wurde der Beschuldigte in Pakistan unter Terrorverdacht festgenommen und nach Deutschland abgeschoben, weil er aufgrund der Heirat einer Frau aus Baden-Württemberg die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen hatte. Im anschließenden Prozeß vor dem Oberlandesgericht Koblenz stellte sich N. als deutscher Mittelsmann der Terrororganisation Al-Kaida heraus, der Kontakte zu Führungsfiguren und mehrere deutschstämmige Terroristen an die Gruppe vermittelt hatte. Er wurde damals zu acht Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Entlassung lebte er mit seiner Familie in Germersheim und im Rhein-Pfalz-Kreis und hatte nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden weiter Kontakt zu islamistischen Kreisen. (st)

Polizei im Einsatz (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa
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