Anschlagsverdacht und Rizinfund

Terrorverdächtiger Tunesier hortete weiteres Bombenmaterial

KÖLN. Der unter Terrorverdacht verhaftete Tunesier hat eine größere Menge des hochgiftigen Rizins besessen, als bislang bekannt. Außerdem hätten Sicherheitskräfte weiteres Material sichergestellt, das zum Bau einer Bombe geeignet sei, teilte die Generalbundesanwaltschaft am Mittwoch mit.

So habe man insgesamt 3.150 Rizinussamen, aus denen das Gift gewonnen wird, und 84,3 Miligramm Rizin bei dem Verhafteten Sief Allah H. gefunden. Die Samen habe der 29jährige über das Internet bestellt. Der Besitz des Giftes verstößt gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Darüberhinaus seien bei den Ermittlungen unter anderem 250 Metallkugeln, Chemikalien, Drähte und „aus Feuerwerkskörpern stammende pyrotechnische Substanzen“ bei dem Verhafteten gefunden worden.

Vergebliche Ausreiseversuche nach Syrien

Zwar gebe es derzeit keine Hinweise darauf, daß der Verdächtige Mitglied einer terroristischen Vereinigung sei, jedoch habe er im vergangenen Jahr zweimal vergeblich versucht, nach Syrien auszureisen. Zudem soll er Kontakt zu islamistischen Personen gehabt haben.

Hinweis der CIA

Konkrete Anschlagspläne habe es nach jetzigem Ermittlungsstand nicht gegeben. Unterdessen zeigte sich der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, besorgt über die hohe Zahl von radikalisierten Islamisten in Deutschland. Aktuell gälten 770 Personen als islamistische Gefährder, sagte Münch dem RBB-Inforadio.

Am Dienstag vergangener Woche hatten Polizisten den Tatverdächtigen in seiner Kölner Wohnung festgenommen. Der Hinweis, der zu der Verhaftung führte, soll von der CIA, dem Auslandsgeheimdienst der USA, gekommen sein. (ag)

Beamte stellen Beweismaterial nach der Razzia gegen den Terrorverdächtigen in Köln-Chorweiler sicher Foto: picture alliance/Oliver Berg/dpa

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