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Mord am 1. Mai: Nach Messermord in Berlin: Clan sucht Täter selbst

Mord am 1. Mai: Nach Messermord in Berlin: Clan sucht Täter selbst

Mord am 1. Mai: Nach Messermord in Berlin: Clan sucht Täter selbst

Berliner Polizist (Symbol): Keine Hinweise durch Zeugen Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann
Berliner Polizist (Symbol): Keine Hinweise durch Zeugen Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann
Berliner Polizist (Symbol): Keine Hinweise durch Zeugen Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann
Mord am 1. Mai
 

Nach Messermord in Berlin: Clan sucht Täter selbst

BERLIN. Angehörige des am 1. Mai getöteten Mohammed R. haben damit begonnen, den Täter selbst zu suchen. Mitglieder der Sippe sollen die mutmaßliche Wohngegend des Täters in Kreuzberg auskundschaften, berichtet die BZ. Ein Foto, das den angeblichen Täter zeigt, zirkuliere demnach in einschlägigen Kreisen. Der 25jährige Mohammed R. war während des Volksfestes am 1. Mai in der Hasenheide erstochen worden.

Vor einer Losbude sei es zum Streit zwischen dem Clan von R. und einer anderen Sippe gekommen. In der Auseinandersetzung soll Mohammed R. eine Schußwaffe gezogen haben. Was danach geschah, ist trotz der zahlreichen Besucher des Volksfestes unklar. Lediglich fünf Personen folgten bisher einem Zeugenaufruf der Polizei, gaben aber nur allgemeine Hinweise. Fest steht laut Polizei, daß Mohammed R. durch mehreren Stichverletzungen getötet wurde.

Bruder wurde ebenfalls getötet

„Wir können weiterhin nichts zu möglichen Tätern und Motiven sagen“, sagte die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft, Mona Lorenz. Eine Auseinandersetzung zwischen verfeindeten Sippen wollte sie nicht bestätigen. „An Spekulationen über Clan-Streitigkeiten als Hintergrund beteiligen wir uns nicht.“ Bereits der ältere Bruder von Mohammed R., Nidal R., wurde vor drei Jahren Opfer mutmaßlicher Familienzwiste.

Ein unbekannter Täter erschoss diesen im September 2018 den 36jährigen auf dem Tempelhofer Feld. Der vorbestrafte Intensivtäter wurde von mehreren Kugeln getroffen und verstarb wenig später im Krankenhaus. Die Tat war möglicherweise ein Racheakt, nachdem Nidal R. bei einer Hochzeitsfeier einen anderen Kriminellen bedroht und geschlagen haben soll, woraufhin dessen Clan mit Vergeltung drohte.

Bisher kein Hinweis auf Querverbindungen

Der Täter und seine Komplizen entkamen unerkannt. Später wurde das gestohlene Fluchtfahrzeug ausgebrannt gefunden. Ob ein Zusammenhang mit dem jetzigen Todesfall besteht, ist unklar. Die Anwältin von Mohammed R., Kristina Beulich, zeigte sich betroffen. „Es ist schlimm für die Mutter, dass sie nun den zweiten Sohn gewaltsam verloren hat“, sagte sie der BZ. Von den beiden Brüdern sei er „reflektierter und überlegter“ gewesen.

Beulich betreute Mohammed R. in aufenthaltsrechtlichen Fragen. Von ihm hatte sie den Eindruck, er könne „die Kurve kriegen“. Die Anwältin habe gehofft, daß er „es schaffen kann“: „Hier muss man nicht kriminell werden, um zu überleben.“ Ermittler zählen die Sippe von Nidal und Mohammed R. zu den eher kleineren Großfamilien Berlins. (JF)

Berliner Polizist (Symbol): Keine Hinweise durch Zeugen Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann
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