Grenzübergang Frankfurt Oder
Deutsch-polnischer Grenzübergang bei Frankfurt (Oder) Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

Aus Weißrußland
 

Vor allem Iraker: Illegale Grenzübertritte aus Polen nehmen zu

BERLIN. Die Zahl der illegalen Einreisen über die deutsch-polnische Grenze hat in den vergangenen Wochen stark zugenommen. Demnach stellte die Bundespolizei im September bislang bereits 400 Personen bei der unerlaubten Einreise fest, „die häufig über Weißrußland und Polen beziehungsweise über Litauen ins Land gekommen sind“, berichtet der RBB unter Berufung auf das Bundesinnenministerium.

Zum Vergleich: Im gesamten August waren es 400. Allein am vergangenen Wochenende seien bei Frankfurt/Oder 125 illegale Grenzübertritte verzeichnet worden. Am Montag waren es weitere 40.

Bei vielen der unerlaubt eingereisten Migranten handelt es sich um Iraker, die angaben, über Polen nach Deutschland gekommen zu sein, um hier Asyl zu beantragen. Zuvor waren sie von Weißrußland nach Polen eingereist.

Polen: Sind auf alle Szenarien vorbereitet

Die steigenden Zahlen gehen auf den weißrussischen Machthaber Alexander Lukaschenko zurück. Dieser hatte im Juli und August vor allem Flüchtlinge aus dem Irak an die Grenze zu Litauen weitergeleitet. Litauen wiederum verstärkte seine Grenzanlage, um den neuen Migrantenstrom zu stoppen. Dennoch verzeichnet auch das Land steigende Flüchtlingszahlen.

Ein Sprecher des polnischen Grenzschutzes sagte dem RBB: „Seit Anfang August haben wir an der polnisch-belarussischen Grenze fast 8.000 Migranten registriert, die versucht haben, illegal nach Polen zu kommen.“ Die meisten dieser Versuche habe man bislang erfolgreich verhindern können.

„Wir sind auf alle Szenarien – auch auf die schlimmsten – vorbereitet und werden angemessen reagieren.“ Auch die polnische Regierung wirft Lukaschenko vor, Flüchtlinge aus Rache für die jüngsten EU-Sanktionen gezielt aus den Krisenregionen an die EU-Außengrenzen zu schleusen. (krk)

Deutsch-polnischer Grenzübergang bei Frankfurt (Oder) Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul
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