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Mutmaßliche Dschihadistinnen sind landen am Flughafen Frankfurt am Main gelandet
Mutmaßliche Dschihadistinnen sind landen am Flughafen Frankfurt am Main gelandet Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler

Drei Festnahmen
 

Bundesregierung holt mutmaßliche IS-Anhängerinnen nach Deutschland

FRANKFURT/MAIN. Die Bundesregierung hat mehrere Anhängerinnen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) aus Syrien zurückgeholt. Die acht Frauen landeten zusammen mit ihren 23 Kindern in der Nacht zu Donnerstag auf dem Flughafen Frankfurt am Main, berichten die Nachrichtenagenturen dpa und AFP.

Die Frauen stehen im Verdacht, sich vor Jahren dem IS angeschlossen zu haben. Sie sollen zuletzt mit ihren Kindern in einem von Kurden geleiteten Gefangenenlager im Nordosten Syriens gelebt haben.

Der Generalbundesanwalt teilte am Donnerstag morgen mit, er habe drei der Frauen, Solale M., Romiena S. und Verena M., bei der Einreise festnehmen lassen. Sie stehen im Verdacht, Mitglied einer terroristischen Vereinigung im Ausland zu sein. Außerdem wird wegen der Entziehung Minderjähriger mit Gefährdung und der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht gegen sie ermittelt.

Kinder „im Sinne der radikal-islamistischen Lehre des IS“ erzogen

Die Bundesanwaltschaft wirft Romiena S. darüber hinaus die Unterstützung und Anwerbung von Mitgliedern für eine ausländische terroristische Vereinigung, Billigung von Straftaten sowie Beihilfe zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Sie soll auf Twitter die islamischen Terroranschläge 2016 in Nizza und in Würzburg gelobt haben. Verena M. ist zudem beschuldigt, eine Kriegswaffe besessen zu haben.

Die drei Frauen sollen zwischen 2014 und 2015 mit ihren minderjährigen Kindern nach Syrien und in den Irak gereist sein, um sich der Terrororganisation anzuschließen. Die Kinder seien „im Sinne der radikal-islamistischen Lehre des IS“ erzogen worden.

Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte in der Nacht zu Donnerstag mit Blick auf die Kinder, sie treffe keine Schuld. Die Bundesregierung werde deshalb alles dafür tun, „ihnen ein Leben in Sicherheit und einem guten Umfeld zu ermöglichen“. Maas erklärte, die Rückholaktion sei in Zusammenarbeit mit Dänemark und den USA erfolgt. Das skandinavische Land habe drei Frauen und ihre 14 Kinder einfliegen lassen. Die USA hätten die Maßnahmen logistisch unterstützt.

Die Bundesregierung hatte 2019 begonnen, erste Angehörige von IS-Kämpfern nach Deutschland zu holen. Nach Angaben der Bild-Zeitung handelt es sich bei der nun erfolgten Maßnahme um die bislang größte dieser Art. (ls)

Mutmaßliche Dschihadistinnen sind landen am Flughafen Frankfurt am Main gelandet Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler
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