Grünen-Chefin Annalena Baerbock plädiert für eine "Klima-Außenpolitik" Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Ulrich Stamm/Geisler-Fotopress
Grünen-Chefin Annalena Baerbock plädiert für eine „Klima-Außenpolitik“ Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Ulrich Stamm/Geisler-Fotopress

Gipfel in Glasgow
 

Baerbock plädiert für „Klima-Außenpolitik“

BERLIN. Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock hat angesichts des derzeit tagenden Weltklimagipfels mehr Verpflichtungen der Staatengemeinschaf zum Klimaschutz gefordert. „Es braucht endlich Verbindlichkeit. Wir haben ja kein Erkenntnisproblem, daß wir dringend handeln müssen. Das wissen wir eigentlich seit Jahren, daß wir mit den Klimaplänen der Nationalstaaten nicht auf den 1,5-Grad-Pfad kommen, das ist auch bekannt“, sagte sie am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“.

An die Adresse der Staats- und Regierungschef, die in Glasgow darüber beraten, richtete Baerbock die Mahnung, es dürfe nicht bei Willensbekundungen bleiben. Sie sprach sich dafür aus, daß es eine „Klima-Außenpolitik“ geben solle. Die großen Industrienationen, „die uns in dieses Desaster hineingeführt haben“, sollten nun dafür sorgen, daß der Wohlstand, der bislang auf fossiler Energie basiere, in klimaneutrale Energie umgewandelt werde. Dabei müsse unter anderem Europa vorangehen, ebenso wie die USA und China. „All die Appelle, die es dort jetzt gibt: Kohleausstieg, Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, endlich Schutz der Wälder und vor allem einen riesengroßen Technologiesprung zu einer klimaneutralen Industrie, das muß jetzt endlich gemacht werden und nicht nur versprochen werden.“

Baerbock bekräftigte, daß der Klimaschutz für die nächste Bundesregierung eine Querschnittaufgabe sein müsse. „Alle Ministerin müssen sich dem Klimaschutz verpflichten“, stellte sie klar. Ein noch zu schaffendes Klimaschutzministerium solle zudem ein Vetorecht haben, um einzugreifen, wenn Vorgaben von anderen Ministerien nicht erfüllt werden. Im Wahlkampf hatten die Grünen angekündigt, bei einer Regierungsbeteiligung ein entsprechendes Ressort einzurichten.

Greenpeace will Einzelhandel umstellen für Klimaschutz

Unterdessen verpflichteten sich auf dem Weltklimagipfel über 100 Staaten, die Zerstörung der Wälder und anderer Landschaften bis 2030 zu stoppen. Dazu gehörten laut der Nachrichtenagentur dpa unter anderem Kanada, Rußland und Brasilien, die die größten Waldflächen der Erde besitzen. Für das Vorhaben sollen in den kommenden Jahren knapp 20 Milliarden US-Dollar investiert werden.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace plädierte derweil dafür, zum Schutz des Klimas den Einzelhandel neu zu ordnen. „Ich fordere ganz konkret, daß in den deutschen Innenstädten in den kommenden fünf Jahren zehn Prozent der Verkaufsflächen bereitgestellt werden für Alternativen zum Neukauf. Secondhand und Kreislaufwirtschaft müssen normal werden. Wir müssen uns klarmachen, daß wir mit unserem Konsum der Haupttreiber der Klimakrise sind“, betonte die Kampagnenleiterin der Organisation in Deutschland, Viola Wohlgemuth, gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. (ag)

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