Seehofer
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Foto: picture alliance / AA
Aktualisiert

ZDF-Team attackiert: Seehofer fordert besseren Schutz für Journalisten

BERLIN. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat nach einer gewaltsamen Attacke auf ein Kamerateam des ZDF-Satiremagazins „Heute Show“ besseren Schutz für Journalisten angemahnt. „Die Freiheit der Presse ist die Säule unserer Demokratie. Der Staat hat zu garantieren, daß dieses Grundrecht zu jeder Zeit und an jedem Ort gewährleistet ist“, sagte Seehofer am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

Er zeigte sich empört über den Angriff: Wer Journalisten angreife, müsse „die Kraft unseres Rechtsstaates zu spüren bekommen“, forderte der Bundesinnenminister. Gewalt und Gewaltandrohungen müssten geächtet werden. „Es geht hier um die Grundwerte unseres Gemeinwesens.“

Nach der Attacke am ersten Mai hatte die Polizei sechs Personen festgenommen. Auf Freitag waren sie wieder auf freien Fuß gekommen. Es habe in vier Fällen kein dringender Tatverdacht bestanden und in zwei seien keine Haftgründe gegeben gewesen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am späten Sonnabend mit. Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Polizei um vier Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 24 und 31 Jahren.

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Der Nachrichtenagentur dpa und mehreren Medien zufolge zählen die sechs Verdächtigen zur linken Szene. Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik erklärte im RBB-Inforadio, sie wolle aufgrund der laufenden Ermittlungen über mögliche politische Hintergründe nichts sagen. Allerdings ermittelt der polizeiliche Staatsschutz, der unter anderem für politische Taten zuständig ist.

„Sie sind mit Totschlägern auf das Team los“

Wie das ZDF mitgeteilt hatte, ereignete sich die Attacke während der Dreharbeiten für die nächste Ausgabe der Satiresendung am 1. Mai. Das Team drehte demnach auf einer Veranstaltung gegen die Corona-Einschränkungen. Auf dem Weg zu ihren Fahrzeugen seien sie dann von einer Gruppe von bis zu 25 vermummten Personen angegriffen worden. Unter anderem gingen die Angreifer mit Stangen auf die Journalisten los. Fünf der sieben ZDF-Mitarbeiter seien verletzt worden. Vier von ihnen hätten ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Slowik bezeichnete die Attacke als „durchaus wirklich feigen Angriff“.

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Das ZDF veröffentlichte am Samstag eine Stellungnahme des Geschäftsführers der beteiligten Produktionsfirma, Harald Ortmann. „Sie sind mit Totschlägern auf das Team los. Unserem Tonassistenten wurde ins Gesicht getreten – mit einer Brutalität, mit der man in Kauf genommen hat, daß es ein Mensch nicht überlebt.“ Für den Dreh seien auch drei Sicherheitsleute engagiert worden, was bei Demonstrationen mittlerweile Standard sei. Diese seien schwer verletzt worden.

Er sei früher selbst als Kameramann tätig gewesen und habe das in über 30 Jahren nicht erlebt. „In unserem Land sind es Teile der Bürger, die so mit den Medien umgehen. Das finde ich alarmierend“, beklagte Ortmann. ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler verurteilte den Angriff. Die Pressefreiheit sei ein hohes Gut. „Unsere Sorge gilt nun jedoch zuallererst den Teammitgliedern und ihrer Gesundheit.“

Auch in Hamburg hatte es am 1. Mai eine Attacke auf einen Journalisten gegeben. Wie das Nachrichtenportal Blaulicht-News mitteilte, sei einer ihrer Reporter gezielt mit einer Flasche beworfen und verletzt worden. Die Angreiferin sei angezeigt worden.

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(ls)

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