Linksextreme ziehen durch Connewitz
Linksextreme ziehen durch Connewitz: Szenehochburg Foto: picture alliance/Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
Leipzig-Connewitz

Staatsschutz ermittelt nach Serie linksextremer Straftaten

LEIPZIG. Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen hat nach mehreren mutmaßlich linksextremen Straftaten am Wochenende in Leipzig die Ermittlungen übernommen. Laut Polizei offenkundig Linksextreme hatten in der Nacht zu Sonntag Barrikaden errichtet und angezündet, einen Autofahrer angehalten und seinen Wagen beschädigt sowie einen Mann attackiert und beraubt. In allen Fällen ermittelt nun der polizeiliche Staatsschutz, teilte eine Sprecherin des LKA am Montag der JUNGEN FREIHEIT mit.

Zunächst hatte eine Gruppe zwei Einkaufswagen vor einen fahrenden Mercedes geschoben. Als der Fahrer anhalten mußte, traten die Angreifer mehrere Male gegen das Auto und schaukelten es auf, berichtete die Polizei. Die Insassen seien unverletzt geblieben, das Fahrzeug aber beschädigt worden.

In derselben Nacht zündeten mehrere „szenetypische Personen“ Böller sowie Feuerwerkskörper und setzten zwei mit Unrat gefüllte Einkaufswagen und ein Fahrrad mitten auf der Fahrbahn in Brand. Ein junger Mann fotografierte die Feuer, schilderte er später der Polizei. Daraufhin sei er von den Linksextremen aufgefordert worden, das Foto zu löschen. Als er sich weigerte, entrissen ihm die mutmaßlichen Täter die Kamera, dabei ging seine Brille verloren. Es entstand ein Schaden über rund 500 Euro. Der Staatsschutz ermittelt wegen Landfriedensbruch, Raub und Sachbeschädigung.

„SoKo LinkX“ geht gegen linksextreme Szene vor

Wegen der regelmäßigen linksextremen Straftaten vor allem in Leipzig hatte das Landeskriminalamt vergangenen November die beim Staatsschutz angesiedelte „SoKo LinkX“ (Sonderkommission Linksextremismus) gegründet. Anfang Juni ging diese mit einer großangelegten Razzia gegen die linksextremen Szene im Stadtteil Connewitz vor. Ende Juli vermeldete die Ermittlungseinheit einen Fahndungserfolg im Zusammenhang mit den linksextremen Ausschreitungen in der vergangenen Silvesternacht.

Politischen Rückhalt genießen Linksradikale in Connewitz durch die Linkspartei. Ende Juli hatte die sächsische Landtagsabgeordnete und Leipziger Stadträtin Juliane Nagel in einer Beschlußvorlage gefordert, die Stadt solle ein polizeifeindliches Graffito mit dem Schriftzug „No Cops – No Nazis – Antifa Area“ mit 5.000 Euro finanzieren. Ausgeführt werden solle die Arbeit von Künstlern aus Connewitz.

250 gewaltbereite Linksextreme in Connewitz

Nagel unterhält in dem linksradikalen Szenetreff „Linxxnet“ in Connewitz ein Abgeordnetenbüro. Vor zwei Jahren waren die Räumlichkeiten während Ermittlungen wegen der G20-Ausschreitungen in Hamburg durchsucht worden. Die Polizei stellte ein „Fahndungsplakat“ im Stil der RAF sicher, auf dem Hamburgs Ex-Bürgermeister Olaf Scholz, Innensenator Andy Grote (beide SPD) und mehrere Polizisten als Terroristen dargestellt wurden.

Leipzig-Connewitz gilt mit rund 250 gewaltbereiten Linksextremen als eine der Szenehochburgen in Deutschland. Immer wieder gibt es dort Attackenauf Polizisten, AfD-Anhänger sowie Bau- und Immobilienfirmen. (ls)

Linksextreme ziehen durch Connewitz: Szenehochburg Foto: picture alliance/Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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