Polizeivideo aus Leipzig: Schwere Krawalle von 2015 Foto: Screenshot-YouTube JF
Aufnahmen von Leipzig-Krawallen

Stecken Linksextreme hinter dem geleakten Polizeivideo?

Wer hat das Video hochgeladen? Pünktlich zum vierten Jahrestag der schweren linksextremen Krawalle in Leipzig von 2015 tauchte Ende vergangener Woche in sozialen Netzwerken ein Video mit polizeiinternen Aufnahmen der Randale auf. Seitdem fragen sich Behörden, Politiker und Medien, wie und durch wen die Dateien durchgestochen wurden. Plötzlich ist linksextreme Gewalt wieder ein Thema.

Also: Wer hat das Video hochgeladen? Ein Sprecher der Polizei Leipzig sagt auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT, man könne stark davon ausgehen, daß das Video von Linken veröffentlicht worden sei. Das ließen der Zeitpunkt der Veröffentlichung – 12. Dezember, exakt vier Jahre nach den Krawallen mit 69 verletzten Polizisten – und der Account vermuten. Allerdings prüften die Ermittler auch andere Spuren, etwa interne.

Die Vermutung, daß Linke dahinterstecken könnten, nährt auch die Aussage eines angeblich Beteiligten. Dieser habe sich einige Tage vor der Veröffentlichung an die linken Magazine Viceund Kreuzer gewandt und auch einige Videoschnipsel übermittelt. Auf die Frage, warum er und seine Gruppe – die Person habe im Plural gesprochen – Aufnahmen veröffentliche, die konservativen Parteien in die Hände spielten, sagte er: „Wir wollen zeigen, daß die damaligen Angriffe auf die Polizei wirkungsvoll und effektiv waren. Die Polizei mußte sich zurückziehen und hatte kurzzeitig die Kontrolle über die Situation verloren.“

„Die Moral der Genossen stärken“

Das Video zeigt Aufnahmen etwa aus einem Polizeihubschrauber, einem Wasserwerfer oder direkt aus einer Polizeikette. Tatsächlich ist der Clip auch mit Mitschnitten aus dem Polizeifunk unterlegt. Darin zu hören ist, wie Beamte über Randalierer informieren, die mit Steinen und Böllern auf die Polizisten losgehen und wie Beamte immer wieder „dringend Verstärkung“ anfordern.

Mit der Veröffentlichung wolle man „die Moral der Genossen stärken“, sagt der mutmaßliche Urheber des Videos. Zudem distanzierten seine Gruppe und er sich von linken Organisationen, die sich „Nazis“ in den Weg stellten, aber körperliche und Sachschäden ablehnten. „Wir wollen kein differenziertes Bild, wir wollen kräftig nachlegen.“

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Die Videos und Aufnahmen des Polizeifunks hätten sie „von einem schlecht gesicherten Netzlaufwerk der Polizei entwendet“, zitierten die Blätter. „Das können wir ausschließen“, heißt es dazu aus der Leipziger Polizei. Solche Dokumente seien nicht auf Servern gespeichert, die am gewöhnlichen Netz hingen, auch sei es nicht möglich, mit einem Speichermedium an einen Rechner zu gehen und die Dateien zu stehlen.

Neben der Möglichkeit, daß das Video polizeiintern nach außen gestochen oder von Linken gehackt wurde, gibt es allerdings noch mehrere andere Wege, die das Video von den Polizeiservern in Richtung Twitter und YouTube genommen haben könnte. Auch Anwälte von linksextremen Verdächtigen könnten per Akteneinsicht das Video in die Hände bekommen haben. Dies geschieht über die Staatsanwaltschaft. Sprich: Die Dokumente gehen über mehrere Schreibtische und damit zu mehreren Personen, die sie veröffentlicht haben könnten.

CDU-Innenpolitiker: „Wir haben in Sachsen ein Problem mit Extremismus“

Die Frage, wer das Video durchgestochen und veröffentlicht haben könnte, ist aber nur die eine. Die andere ist: Unternimmt die Politik zu wenig gegen Linksextremismus? In den vergangenen Wochen sorgten Drohungen und Attacken gegen Richter, Polizisten, Bau- und Immobilienfirmen sowie Ämter für Schlagzeilen. Vor allem in Leipzig schlugen Linksextreme in kurzen Abständen zu. Die Stadt gilt mit rund 250 Gewaltbereiten als Szenehochburg.

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag, Rico Anton, ist vom Ausmaß der Gewalt in dem Video nicht überrascht. „Als wir 2015 davon sprachen, daß Linksextremisten den Süden Leipzigs in ein Schlachtfeld verwandelt haben, wurde uns Übertreibung unterstellt“, sagte er am Mittwoch der JUNGEN FREIHEIT.

„Wir haben in Sachsen ein Problem mit Extremismus – sowohl von links wie von rechts“, betont Anton. Und darauf müsse der Rechtsstaat mit geeigneten Mitteln reagieren. Als Beispiel nennt er die „Soko LinX“. Die 20köpfige Ermittlungsgruppe ist seit dem 1. Dezember im Einsatz und soll den Druck auf die linksextreme Szene erhöhen. Sollte sich der Verdacht erhärten, daß Linksextreme das Video hochgeladen haben, wird sich die Soko auch damit beschäftigen.

Polizeivideo aus Leipzig: Schwere Krawalle von 2015 Foto: Screenshot-YouTube JF

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