Statistisches Bundesamt

Jeder Dritte: Ausländer-Anteil in deutschen Gefängnissen steigt

BERLIN. Der Anteil ausländischer Häftlinge in deutschen Gefängnissen ist 2018 weiter gestiegen. Mit Stichtag 31. März saßen laut Statistischem Bundesamt 16.267 Strafgefangene und Sicherungsverwahrte mit ausländischer Staatsbürgerschaft in einer deutschen Haftanstalt. Die Zahl der Häftlinge mit deutschem Paß belief sich auf 34.690 Personen. Somit war fast jeder dritte der 50.957 Gefangenen Ausländer.

Im Vergleich zu 2008 stieg die Zahl der ausländischen Gefängnisinsassen, während die der deutschen deutlich zurückging. Ende März 2008 saßen 13.595 Ausländer und 48.753 Deutsche in Haft. Der Ausländeranteil unter den 62.348 Häftlingen betrug damals weniger als 22 Prozent. Zwischen deutschen Staatsbürgern und jenen mit Einwanderungshintergrund wird in den Erhebungen des Statistikamtes nicht unterschieden.

Wie bereits im August berichtet, sind auch die Kosten für ausländische Gefangene gewachsen. Die Tageshaftkosten für einen Strafgefangenen belaufen sich in Deutschland durchschnittlich auf knapp 150 Euro. Rechnet man die Baukosten für die Gefängnisse heraus, verursacht ein Strafgefangener Kosten in Höhe von etwa 120 Euro pro Tag. Damit belaufen sich die Haftkosten allein für ausländische Gefangene im Jahr auf rund 680 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2006 waren es noch etwa 430 Millionen Euro. (ls)

Häftling: Kostet 120 Euro pro Tag Foto: dpa

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

All articles loaded
No more articles to load

aktuelles

All articles loaded
No more articles to load