AfD

Enthüllungsbuch: Verfassungsschutz forderte Höcke-Ausschluß

BERLIN. Der Präsident des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, soll sich persönlich für den Parteiausschluß des thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höcke aus der AfD eingesetzt haben. Das behauptet die AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber in ihrem Buch „Inside AfD“.

Demnach soll Maaßen sich mehrfach mit der früheren Parteichefin Frauke Petry getroffen haben. In dem Buch, aus dem die Bild am Sonntag zitiert, schildert Schreiber den Vorgang: „Frauke Petry berichtete mir später, Maaßen habe ihr gesagt, was die AfD jetzt tun müßte, um einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz zu entgehen, die er selbst nicht wünsche.“ Und weiter: „Die Interventionen Maaßens sorgten dafür, daß Frauke Petry 2015 und 2017 die Parteiausschlußverfahren gegen Höcke betrieb.“

Petry: Frei erfunden

Petry hatte noch 2017 ein Parteiausschlußverfahren gegen Höcke angestrengt. Auf Nachfrage der Zeitung dementierte Petry die Treffen mit Maaßen und sagte: „Franziska Schreibers Behauptung ist frei erfunden.“

Das Buch soll, so der Europa-Verlag, in dem es erscheint, „der erste Insider-Bericht über die rechte Gefahr im Parlament“ sein. Niemand könne darüber, was die Partei hinter den Kulissen antriebe und ob die Fremdenfeindlichkeit eine geteilte Grundposition aller sei, besser Auskunft geben als Franziska Schreiber.

Schreiber trat 2013 in die Partei ein. Sie wurde Pressesprecherin der Jungen Alternative, der Jugendorganisation der AfD und arbeitete für verschiedene Parteimitglieder, unter anderem für Mario Beger.

Beger: Gute Kontakte zu Pretzell

Er ist Abgeordneter der AfD im Sächsischen Landtag. „Sie arbeitete bei mir im Landtags-Büro in Dresden“, sagt Beger der JUNGEN FREIHEIT. „Frau Schreiber hat die Post bearbeitet, einmal einen Vortrag, den ich halten sollte, verfaßt.“  Schreiber arbeitete danach einige Monate in Brüssel für Frauke Petrys Ehemann Marcus Pretzell, der Abgeordneter im Europaparlament ist. „Ich kann nicht beurteilen, ob sie eine Insiderin war“, sagt Beger. „Sie hatte auf jeden Fall einen guten Kontakt zu Pretzell.“ (mec)

Inside AfD (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa

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