Bekennerschreiben aufgetaucht

Gedenkorte für Kirsten Heisig und Uwe Lieschied geschändet

BERLIN. Auf der linksradikalen Internetseite Indymedia Linksunten haben anonyme Autoren ein Bekennerschreiben veröffentlicht. Sie bezichtigen sich der Schändung eines Ehrenmales für den im Dienst getöteten Hauptkommissar Uwe Lieschied. Außerdem rissen sie Straßenschilder mit dem Namen der verstorbenen Amtsrichterin Kirsten Heisig ab.

„Den Gedenkort für den tapferen Uwe, der ein Schurke und Feind der Freiheit war, entweihten wir mit einem Feuer, 4 Reifen und den Schildern des Kirsten-Heisig-Platzes“, ist auf der Internetseite zu lesen.

Die Polizei meldet: Gedenktafel beschädigt

Demnach haben Unbekannte einen brennenden Autoreifen auf das Gelände der Grundschule in Neukölln in der Fontanestraße geworfen und dabei eine Gedenktafel beschädigt. Ein Zeuge habe das Feuer in der Nacht zum 9. November entdeckt und die Polizei und Feuerwehr alarmiert. Das „Kleinstfeuer“, so die Polizei, ist schnell gelöscht.

Warum dieser Anschlag?

Dem Indymedia-Text ist zu entnehmen, daß die Täter mit der Schändung Solidarität mit ihren „kämpfenden Freunden Ali, Cem und Balu“ demonstrieren möchten. Die seien in den Fängen der Berliner Justiz, die an ihnen ein Exempel statuieren wolle.

Rückblick: Uwe Lieschied wurde am 17. März 2006 von dem arbeitslosen Mehmet E. (damals 45) mit einer Ceska erschossen. Der Täter schoß acht Mal auf den Beamten, eine Kugel, Kaliber 7,65 mm, drang durch die Schläfe. Der Beamte starb vier Tage später im Krankenhaus Neukölln. Mehmet E. wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Auf Indymedia steht dazu: „Im Nachgang wurde Mehmet und ein Freund mißhandelt und gefoltert. Ein erzwungenes Geständnis reichte anschließend im Prozeß für lebenslang. Mehmet, der Gruß ist für dich und alle anderen inhaftierten `Criminals`.“

Richterin verhöhnt

Der tot aufgefundenen Amtsrichterin Heisig, unterstellen die Autoren im selben Artikel „krude und rassistische Theorien“. Sie hätte von einer „schleichende Brutalisierung“ ganzer Generationen phantasiert.  Um dann zu höhnen: „Kirsten Heisig, bekannt als ‚Richterin Gnadenlos` oder auch ‚härteste Jugendrichterin Berlins’ entschied sich dazu, Berlin ein bißchen lebenswerter zu machen, indem sie ihr eigenes Leben beendete“.

Staatsschutz ermittelt

Der Text endet mit folgenden Worten: „Ehre wem Ehre gebührt! Wir verhöhnen tote Polizisten und Richter. Freiheit für alle Gefangenen.“

Die Polizei meldet, daß im Fall der Schändung der Ehrentafel ihres ermordeten Kollegen der Staatsschutz ermittelt. (mec)

Kirsten-Heisig-Platz: Mit Schildern Gedenkort von ermordeten Polizisten geschändet Foto: Wikimedia / David Wintzer / CC 4.0 / http://bit.ly/2fodzWX

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