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Ausschreitungen in Hamburg
 

Polizei fordert Einsatz von Gummigeschossen gegen Linksextremisten

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Foto: Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert den Einsatz von Gummigeschossen gegen LinksextremistenPixelio/Daniel Rennen

BERLIN. Nach den schweren Ausschreitungen am vergangenen Sonnabend in Hamburg hat die Deutsche Polizeigewerkschaft ein härteres Vorgehen gegen Linksextremisten gefordert.

Wenn der Einsatz von Wasserwerfern nicht mehr ausreiche, müßte die Polizei auch zu Gummigeschossen greifen dürfen, sagte der Verbandschef Rainer Wendt der Bild-Zeitung. Die Linksextremisten hätten die Polizei rücksichtslos und brutal angegriffen und hätten dabei offenbar auch nicht davor zurückgeschreckt, Polizisten zu töten, beklagte Wendt.

38 verletzte Polizisten

Bei gewaltsamen Protesten gegen eine Demonstration von Rechtsextremisten waren am Sonnabend in der Hansestadt 38 Polizisten verletzt worden. Die Polizei war mit etwa 4.400 Beamten im Einsatz. Die Polzisten waren im Stadtteil Wandsbeck von den linksextremen Gegendemonstranten massiv mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen worden. Es kam zum Einsatz von Wasserwerfern und Pfefferspray.

Auch danach wurden die Beamten immer wieder von den Randalierern angegriffen. Zudem wurden Barrikaden errichtet und in Brand gesetzt. Auch mehrere Fahrzeuge, darunter auch ein Einsatzwagen der Polizei, gingen in Flammen auf. Augenzeugen sprachen von bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

Bereits am frühen Morgen hatten mutmaßlich linksextreme Täter elf Polizeifahrzeuge von Einsatzkräften aus Nordrhein-Westfalen angezündet. Dadurch wurde auch die Ausrüstung von 50 Polizisten zerstört.

„Angriff auf den Rechtsstaat“

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betzeichnete die Ausschreitungen als „Angriff auf den Rechtsstaat“. Es werde immer deutlicher, daß linksextreme Gewalttäter nur Vorwände suchten, um gegen die Polizei loszuschlagen, sagte stellvertretende Bundesvorsitzende der GdP, Frank Richter.

Es sei ihm schleierhaft, wie verwüstete Stadtteile, in Brand gesetzte Fahrzeuge und verletzte Polizisten einen Beitrag zur Bekämpfung des Rechtsextremismus darstellen sollten. „Ich hoffe, daß sich die vielen Organisationen, die zu den Gegendemonstrationen in Hamburg aufgerufen haben, eindeutig von den Ausschreitungen distanzieren“, forderte Richter. (krk)

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