Joachim Kuhs
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Darlehen
 

Wulff weist Täuschungsvorwurf zurück

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Bundespräsident Christian Wulff Foto: Jesco Denzel, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

BERLIN. Bundespräsident Christian Wulff hat den Vorwurf, er habe als Ministerpräsident den niedersächsischen Landtag getäuscht, zurückgewiesen. Die Anfragen der Grünen-Landtagsabgeordneten Abgeordneten Stefan Wenzel und Ursula Helmhold sei im Februar 2010 „korrekt beantwortet“ worden, teilte sein Sprecher Olaf Glaeseker am Dienstag mit.

Hintergrund ist ein Bericht der Bild-Zeitung, nach dem Wulff seinerzeit die Unwahrheit über geschäftliche Beziehungen zu dem Unternehmer Egon Geerkens gesagt habe. Im Januar 2010 war bekannt geworden, daß Wulff und seine Ehefrau Betina die Weihnachtstage in Geerkens Villa in Florida verbracht hatten. Für den Flug mit Air Berlin nach Amerika hatten die Wulffs Economy-Class gebucht, flogen dann aber Business-Class, ohne dafür einen Aufpreis zu bezahlen. Der Fall sorgte damals für Schlagzeilen. Wulff entschuldigte sich und zahlte die Differenz in Höhe von 3.056 Euro nach.

Privates Darlehen in Höhe von 500.000 Euro

Die beiden Grünen-Politiker wollten damals in einer parlamentarischen Anfrage wissen, ob Wulff „geschäftliche Beziehungen“ zu Geerkens oder dem damaligen Air-Berlin-Chef Joachim Hunold unterhalte. Die Antwort lautete: „Zwischen Ministerpräsident Wulff und den in der Anfrage genannten Personen und Gesellschaften hat es in den letzten zehn Jahren keine geschäftlichen Beziehungen gegeben.“

Wie die Bild nun berichtet, hatte Wulff sich zu dieser Zeit aber eine halbe Million Euro von Geerkens Frau Edith geliehen. Der private Darlehensvertrag zu vier Prozent Zinsen war im Oktober 2008 geschlossen worden. Von dem Geld kaufte Wulff ein Einfamilienhaus mit Grundstück für 415.000 Euro. Eigentlich wäre der Vertrag noch bis 2013 gelaufen, doch kurz nach der Anfrage im Landtag löste Wulff den privaten Kredit durch ein Hypotheken-Darlehen bei der BW Bank in Stuttgart ab – laut dem Bundespräsidialamt mit einem niedrigeren Zinssatz.

Sprecher Glaeseker betonte daher auch, die Anfrage sei „unmißverständlich“ und „wahrheitsgemäß“ beantwortet worden. Wulff habe damals keine geschäftlichen Beziehungen zu Geerkens oder einer seiner Firmen unterhalten und tue dies auch heute nicht. Kurz nach seiner Amtsübernahme als Bundespräsident war Wulff im Juli 2010 in die Kritik geraten, weil er seinen Urlaub auf Mallorca in der Villa von Carsten Maschmeyer verbracht hatte, dem Gründer des Finanzdienstleisters AWD. (krk)

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