WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, Justizministerin Pam Bondi in den kommenden Tagen zu entlassen. „Sie wechselt in eine sehr notwendige und wichtige Stelle in der Privatwirtschaft“, schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social am Dienstag. Ihr vorübergehender Nachfolger soll Bondis bisheriger Stellvertreter Todd Blanche werden.
— Karoline Leavitt (@PressSec) April 2, 2026
Die noch amtierende Ministerin kündigte „unermüdliche Arbeit“ während der Übergabe an und betonte in einem Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst X, sie werde auch in ihrer neuen Rolle für Trump und seine Regierung kämpfen. „Ich bleibe auf ewig dankbar für das Vertrauen, das er mir geschenkt hat, um Amerika wieder sicher zu machen.“
Kritiker werfen ihr Intransparenz mit Blick auf die sogenannte Epstein-Affäre vor. „Ich hoffe, dass der nächste Justizminister alle Akten rechtsgemäß der Öffentlichkeit zur verfügung stellt und anschließend mit Ermittlungen, Anklagen und Festnahmen startet“, schrieb der republikanische Repräsentantenhaus-Abgeordnete Thomas Massie auf X.
I support Trump firing Pam Bondi.
Do you?I hope the next AG will release all the Epstein files according to the law and follow up with investigations, prosecutions, and arrests.
— Thomas Massie (@RepThomasMassie) April 2, 2026
Trump entließ vor Bondi auch Innenministerin Noem
Im Wahlkampf hatte Trump versprochen, sämtliche Verstrickungen hochrangiger Politiker mit Jeffrey Epstein und damit zusammenhängende Straftaten aufzuklären. Der wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilte Ex-Banker war 2019 tot in seiner Zelle aufgefunden worden. Ihm warf die Staatsanwaltschaft vor, jahrelang einen Menschenhandel-Ring mit Minderjährigen betrieben zu haben. Allerdings veröffentlichte das Weiße Haus bisher nur zwei Prozent der Epstein-Akten (JF berichtete). Viele davon bleiben bis heute geschwärzt.
Bondi galt als enge Vertraute des US-Präsidenten. Als Anwältin vertrat sie ihn während seines Amtsenthebungsverfahrens sowie während der Klage gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahl 2020 vor Gerichten in Pennsylvania. Bis zuletzt soll sie sich gegen ihre Entlassung gewehrt haben, berichtet das Boulevardblatt Daily Mail.
Vor wenigen Tagen musste sich auch Kristi Noem vom Amt der US-Innenministerin verabschieden. Hintergrund waren Recherchen des Investigativportals Propublica, wonach sie bei einer millionenschweren Ausschreibung die Werbeagentur ihres Ehemannes bevorzugt haben soll. In ihrer Amtszeit hatte sie Verantwortung für die Massenabschiebungsversuche der US-Migrationsbehörde ICE (JF berichtete) sowie die anschließenden Unruhen in Minnesota getragen. (kuk)







