WIEN/BUDAPEST/KIEW. Ungarische Behörden haben sieben Mitarbeiter der staatlichen ukrainischen Sparkasse festgenommen (die JF berichtete). Der Fall hat inzwischen diplomatische Spannungen ausgelöst: Das ukrainische Außenministerium bestellte den ungarischen Botschafter ein und verlangt eine Erklärung. Die ungarische Polizei stoppte in der vergangenen Woche zwei Geldtransporter mit den Bankmitarbeitern und beschlagnahmte Bargeld sowie Gold.
Nach Angaben der ukrainischen Seite handelt es sich um Euro- und Dollarscheine im Gesamtwert von umgerechnet 69 Millionen Euro sowie neun Goldbarren zu je einem Kilogramm. Ungarn erhob zeitweise Geldwäschevorwürfe gegen die Begleiter des Transports.
In Kiew reagierte die Regierung empört. In einer Protestnote wirft das Außenministerium Ungarn unter anderem Verstöße gegen die Europäische Menschenrechtskonvention vor. Den ungarischen Behörden werden illegale Festnahmen, Einschüchterung und übermäßige Gewaltanwendung vorgeworfen. Zudem habe man ukrainischen Konsularbeamten trotz eines offiziellen Antrags zunächst keinen Zugang zu den Festgenommenen gewährt. Die ukrainische Oschadbank erklärte, der Transport sei Teil eines internationalen Abkommens gewesen. Bargeld und Gold seien nach internationalen Transportvorschriften und europäischen Zollbestimmungen befördert worden.
Wenn sieben Begleiter eines ukrainischen Geldtransports in Ungarn wegen Geldwäscheverdachts festgenommen werden und plötzlich von ukrainischer Seite Begriffe wie „Staatsterror“ fallen, dann lohnt es sich, einen Moment innezuhalten. Denn die eigentliche Frage lautet: Was genau… pic.twitter.com/MCJc8gxRp0
— Manuel Cadonau 🇨🇭 (@mcpolitik) March 8, 2026
Raiffeisen wegen Geldtransporter in Erklärungsnot
Auch in Österreich hat der Vorfall inzwischen politische Reaktionen ausgelöst. Internationale Medienberichte sowie ukrainische Behörden nannten die Raiffeisen Bank International (RBI) als Vertragspartner des Transports. Der Konzern dementierte eine Beteiligung zunächst, räumte sie später jedoch ein.
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz kritisierte dieses Kommunikationsverhalten scharf. „Die Raiffeisen Bank hat gestern dem Anschein nach auf einem Nebenschauplatz – zumindest nach Informationen und durch mehrere Medien belegt – versucht, ihre Spuren und Beteiligung am Vorfall komplett zu ‚verneinen’.“
Schnedlitz betonte zugleich, der Bank keine Straftaten zu unterstellen, forderte jedoch vollständige Transparenz über die Hintergründe des Transports sowie die Rolle der beteiligten Personen. (rr)






