MÜNCHEN. Bei der durchs Panaschieren und Kumulieren komplizierten Auszählung der Kommunalwahl in Bayern sind jetzt alle Stimmen ausgezählt worden. Demnach landet die CSU von Ministerpräsident Markus Söder mit 32,5 Prozent erneut unangefochten auf Platz eins – allerdings muss sie landesweit Stimmeneinbußen von 1,9 Punkten im Vergleich zur vergangenen Kommunalwahl hinnehmen. Die Christsozialen landen damit auf einem neuen Tiefstand seit der Kommunalwahl von 1952.
Wie rasant der Abschwung ist, zeigt ein Blick auf die vergangenen vier Kommunalwahlen, die alle sechs Jahre stattfinden. 2002 hatte die CSU noch 45,5 Prozent erreicht. Seit Söder die Partei 2019 übernahm, beschleunigte sich der Trend: Es ging 2020 und jetzt 2026 um insgesamt mehr als sieben Punkte bergab.
Die Freien Wähler kommen auf 12,1 Prozent und die AfD auf 12,2 Prozent. Die Freien Wähler legten leicht um 0,2 Prozentpunkte zu, die AfD sogar um 7,5 Punkte. Damit sind diese beiden Parteien die einzigen, die Prozentanteile gewinnen konnten. Die anderen verlieren.
Die Grünen erleben einen Absturz, bleiben aber zweitstärkste Kraft. Sie kommen auf 13,6 Prozent – 3,9 Punkte weniger als 2021. Die Sozialdemokraten erreichen 12,3 Prozent (minus 1,4 Prozent).

Die Hochburgen der AfD liegen in Niederbayern
In den ausgezählten Kommunen liegt fast überall die CSU vorn. Lediglich die fränkischen Städte Fürth, Schwabach und Coburg gingen an die Sozialdemokraten. In München (-2,6 Punkte) und Würzburg (-1,2) kamen die Grünen trotz Verlusten auf Platz eins. In der Landeshauptstadt kommen die Grünen auf 26,5, die CSU auf 24,9, die SPD auf 19,1, die AfD auf 5,9 und die Freien Wähler auf 2,5 Prozent. Auf sonstige Kandidaten und Wählergruppen entfallen insgesamt 21 Prozent.
In ihrer einstigen Hochburg Nürnberg ging die SPD baden. Sie verlor 7,9 Punkte auf 17,8 Prozent. Auch die Grünen rutschten ab – um 6,9 Punkte auf nur noch 13,0 Prozent. Sie wurden von der AfD überflügelt, die ihr Ergebnis auf 13,5 Prozent verdoppelte. Die CSU legte um 5,7 Punkte auf 37,0 Prozent zu.
Ihre besten Ergebnisse erreichte die AfD in den niederbayerischen Landkreisen Deggendorf (18,4 Prozent), Regen (18,2 Prozent) und Passau (17,9 Prozent) sowie im oberpfälzischen Schwandorf (18,3 Prozent). Hier kam sie jeweils auf Rang zwei hinter der CSU und legte kräftig zu: Schwandorf: +12,6 Prozentpunkte, Deggendorf: +10,2 Punkte, Passau +9,4 Punkte, Regen: +9,1 Punkte.

Die einst erfolgsverwöhnte CSU knackte nur noch in der Stadt Straubing (42,8 Prozent) sowie in den Landkreisen Ebersberg (41,0) und Hof (40,5) die 40-Prozent-Marke. (fh)





